Erwartung erfüllt – gewonnen

Gepostet am 6. Juli 2008

CFR Triathlon UrkundeNach mehreren Jahren mit Teilnahmen an diversen Lauf- und Triathlonwettkämpfen und in meiner dritten Triathlon-Saison durfte ich es gestern erstmals genießen als Sieger über die Ziellinie eines Rennens zu laufen. Angetreten um zu gewinnen, konnte ich beim 12. Siemens CFR Triathlon bei optimalen Bedingungen und vor dem wunderbaren Panorama Pfaffenwinkel meine selbst gesteckten hohen Erwartungen erfüllen. Obwohl nicht immer alles 100-prozentig glatt lief, am Ende gab es den Siegerpokal und das auch noch mit neuem Streckenrekord.

Bei der mittlerweile schon 12. Auflage des fast schon traditionsreichen siemensinternen Triathlon am Engelsrieder See standen gestern Morgen um 9.30 Uhr genau 18 Einzelstarter und 6 Staffeln am Start. Vertreter der Finanzabteilung aus der Siemenszentrale am Wittelsbacher Platz hatten eingeladen und obwohl ich als Mitarbeiter der CIT (zentrale IT) einer anderen Einheit angehöre, durfte ich, persönlich herausgefordert durch einen Vorvorgesetzten aus dem Oberen Führungskreis (OFK), mit einer “Ausnahmegenehmigung” antreten. Auch wenn ich bis auf zwei Ausnahmen weder die Teilnehmer noch deren Leistungsvermögen kannte, fuhr ich mit dem klaren Ziel diesen Wettkampf zu gewinnen, die 70 Kilometer hinaus nach Wessobrunn. In den letzten Wettkämpfen stets im vorderen Fünftel platziert, konnte mein Anspruch im siemensinternen Vergleich nicht nur einfach “vorne ankommen” sein.

Zum Wettkampf:
In einer kurzen Vorbesprechung wurde für alle erstmaligen Teilnehmer nochmals kurz der Ablauf durchgesprochen, Rad- (zwei Runden) und Laufstrecke waren vorher per E-Mail bekannt gemacht, die Schwimmstrecke führte in Trapezform durch das moorbraune Wasser des Engelsrieder See und die Wechselzonen waren mit Holzpfahl und Gebüsch dem Wohnzimmercharakter des Rennens entsprechend sehr einfach gehalten. Es konnte also losgehen und nachdem ich zuletzt vor zwei Jahren bei einer Volksdistanz am Start war, war ich druchaus gespannt, wie sich ein “Sprint-Triathlon” anfühlen würde.
Zuerst galt es rund 500 Meter im frischen, aber angenehm temperierten Wasser des Engelsrieder Sees zu bewältigen. Allein schon aus Gründen der Wechselzeit verzichtete ich auf meinen Neoprenanzug. Die paar wenigen Sekunden Zeitvorteil, die auf solch einer Strecke rauszuholen sind, waren es nicht wert, zudem wollte ich mich chancengleich der, bis auf eine Ausnahme im Surfanzug, ungummierten Konkurrenz stellen. Dass ich nicht als erster aus dem Wasser kommen würde hatte ich erwartet, es gibt einfach immer wieder einige da draußen, die zumindest ansatzweise schwimmen können. Ohne Einteilung und Taktik versuchte ich die Strecke voll zu anzugehen und nach knapp 8 Minuten konnte ich als Dritter mit etwa 20 Sekunden Rückstand aus dem Wasser steigen.
Somit alles im Plan, doch beim Wechsel aufs Rad, ohne Neoprenausziehen und großer Wechselzone eigentlich eine flotte Sache, lief so ziemlich alle schief was schief gehen konnte. Zuerst landeten Helm und Brille auf dem Boden, dann verlor ich beim eigentlich schon häufig problemlos durchgeführten Aufsteigen aufs Rad gleich noch den linken Radschuh. Verwirrt ob der unbekannten Situation machte ich wohl so ziemlich alles falsch. Zurück, absteigen, ausklicken rechts, anziehen wieder einklicken, in den Schuh schlupfen, losfahren, nochmals absteige und Schuhe nochmals ausrichten, ehe es wirklich losgheen konnte. Ziemlich unkoordiniert brauchte ich somit über 90 missglückte Sekunden für einen Wechsel, der normalerweise locker in 30 Sekunden zu bewältigen wäre.
Trotz dem Malheurs konnte ich jedoch dennoch als Vierter auf die 27 Kilometer lange Radstrecke mit rund 260 Höhenmeter gehen. Das leicht wellige Profil versprach eigentlich eine richtig flotte Radzeit und nach der ersten halben Runde hatte ich mit einem 39er-Schnitt die Führung übernommen, auf den sehr schmalen Flurstraßen Richtung Westen warteten allerdings zahlreiche enge Winkel und rutschige 90-Grad-Kurven und somit hieß es immer wieder stark abbremsen und wieder antreten. Kurz vor der nochmaligen Durchquerung des Wechsel- und Zielbereichs, also eine halbe Runde vor Schluss, wurde ich dann tatsächlich vom stark fahrenden Seriensieger der letzten Jahre (angeblich ein ehemaliger A-Lizenz-Radfahrer) überholt und auf den kurvenreichen und welligen letzten 8 Kilometern konnte er seinen Vorsprung auf rund 25 Sekunden ausbauen. Alles in allem dennoch ein akzeptabler Radsplit meinerseits, rund 44 Minuten für 26,7 Kilometer, Schnitt 36,5 km/h.
CFR Triathlon Profil
Wechsel Nummer 2 lief dann schon deutlich reibungsloser. Mein Rad hatte ich schnell im Gras abgelegt, rein in die Laufschuhe und nach rund 20 Sekunden war ich wieder auf der Strecke. Mit guten Beinen und flotten Schritts ging es gleich stetig bergan Richtung Westen. Schon nach circa 300 Metern hatte ich den vor mir liegenden Ehrgeizling (Surfanzug, Auftreten, Ausrüstung) gestellt und sogleich überholt. Hinter uns lag ein größeres Loch, es war noch kein weiterer Teilnehmer in der Wechselzone, somit drohte auch von hinten keine große Gefahr und es galt es nun “nur noch” den Vorsprung nach Hause zu laufen. Zum ersten Mal hatte ich damit im Wettkampf eine Laufstrecke zu bewältigen ganz ohne Anhaltspunkte durch die sonst vor mir laufenden Konkurrenz und durfte dabei feststellen wie schwer es in dieser Konstellation ist das Tempo hoch zu halten. Am Wendepunkt bei Kilometer 2,5 war die Helferin sichtlich überrascht mich so früh zu sehen, so dass noch kein Wasser bereit stand und ich noch zur Kontrolle meine Startnummer 15 zurufen musste. Als ich meine Verfolger wieder zu Gesicht bekam, lag mein Vorsprung zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise bei zwei Minuten, dennoch versuchte ich das Tempo auf dem Rückweg noch bestmöglich hoch zu halten. Kein einfaches Unterfangen, am Ende stand ein selbst gestoppter Laufsplit von 20:04 min, was gerade noch so okay ist. Wenn man am Ende gewinnt, sollte es letztlich jedoch nichts zu meckern geben, was ich hiermit auch offiziell bestätige :D

CFR Triathlon Pokal1:15 Std wollte ich unterbieten, trotz suboptimalem Wechsel 1, mit angezogener Handbremse bei den gefährlichen Stellen der Radstrecke und einer eher mäßig Laufleistung, wo, wenn jemand mitgelaufen wäre, sicherlich noch mehr als eine Minuten drin gewesen wäre, kann ich am Ende mit einer Endzeit von 1:13:24 Std und einem Vorspring von mehr als vier Minuten absolut zufrieden sein. Laut Information des Veranstalters hatte ich damit auch Ziel Nummer 2, den Streckenrekord zu brechen, erreicht, die endgültige Verifizierung dafür steht jedoch noch aus.
Auch wenn das Rennen gestern für mich nur eine harte Trainingseinheit war, letztendlich bin ich einfach nur froh den Mund mit meiner Siegankündigung nicht zu voll genommen zu haben und für meine extra angereisten Fans (Kollegen), denen mein großer Dank gilt, die extra ein Plakat gebastelt hatten und die auch jede Menge Bilder geschossen haben (werden nachgereicht), eine gute Show geboten zu haben. Mal sehen was mein Wettkampfplan 2009 zulässt und ob es im kommenden Jahr mit all den Sparmaßnahmen noch Finanzierungsmöglichkeiten für eine 13. Ausgabe des Rennens gibt, möglicherweise gibt dann die Möglichkeit zur Titelverteidigung anzutreten. Verbesserungspotenzial habe ich auf jeden Fall identifiziert.
CFR Triathlon CFR Triathlon Pokal & Urkunde



3 Reaktionen zu “Erwartung erfüllt – gewonnen”

  1. Der faulste Tag des Jahres | Blog[CHA] v2 meinte:

    [...] sehen gibt, dann freue ich mich auch mal einen sonnigen Nachmittag auf der Couch zu verbingen. Nach meinem gestigen Sieg habe ich mir das, wie ich denke, auch durchaus [...]

  2. Hermann meinte:

    Gratuliere zum ersten Sieg nach 3jährigem Anlauf in Deiner neuen,
    spannenden und interessanten Disziplin, auch wenn es “nur” ein,
    allerdings prestigeträchtiger, Volkstriathlon war.   Nachmachen
    nächste Woche in Königsbrunn über die Olympische Distanz.

  3. Chris meinte:

    Dürfte dort etwas schwieriger werden. Platz 20 wäre dort schon grandios.