Bestzeit im Vorbeigehen

Gepostet am 24. Mai 2008

Gut, die Überschrift klingt fast schon etwas überheblich und ganz ehrlich, egal wie schnell ich beim gestrigen Dorflauf in Ebermergen gelaufen wäre, aufgrund bisher fehlender Ergebnisse über die 5000-Meter-Strecke, musste jedes Finish gleichzeitig eine PB darstellen.

Ihr fragt Euch warum ich ohne Ankündigung bei einem Dorfrennen gestartet bin? Zurecht, denn eigentlich wollte ich das lange Wochenende mit Brückentag ausschließlich für einen letzten intensiven Trainingsblock vor Beginn der Wettkampfsaison am kommenden Samstag nutzen, doch ein vorgestriger Anruf der immer hilfsbedürftigen Teamkollegin Maria ließ mich schließlich von meinen Ursprungsplänen abweichen. Ein Hase (sprich Vorausläufer mit gutem Timing) wurde gesucht um das geplante Ziel, die Unterbietung der 20-Minuten-Marke für diese Strecke, endlich zu erreichen. Ihre letzten Wettkämpfe gingen, gelinde gesagt, etwas in die Hose und irgendwie musste die immer ehrgeizige Kämpferin es sich beweisen doch noch schnell laufen zu können. So fährt man dann auch mal an einem Freitag Abend mal eben 60 Kilometer um bei einem wirklichen Dorfrennen in der Nähe des beschaulichen Harburg mitzumachen. So nett gebeten konnte ich, obwohl diese Renneinheit eigentlich überhaupt nicht in meine Pläne passten, ihr Gesuch nicht ausschlagen. Zumal ich letztlich auch selbst gespannt war inwieweit ich die Vorgabe, mitten aus dem harten Training heraus durchaus flott (aber höchstwahrscheinlich nicht am Limit) zu laufen, auch wirklich erreichen könnte.

Zwei zackig angegangene Laufeinheiten (Mittwoch und Donnerstag) und zwei harte Tempoeinheiten (Donnerstag und Freitag Nachmittag) auf dem Rad steckten mir spürbar in den Beinen (und insbesondere den total verhärteten Waden) als wir pünktlich um 19.15 Uhr im sehr sehr dörflichen Ebermergen an der Startlinie stand. “Nicht zu schnell angehen” lautete ihr Kommando und ob meines doch recht müden Zustandes hatte ich durchaus meine Zweifel, dass mir das überhaupt gelingen könnte, auch wenn ich optimistisch war, dass meine grundsätzliche Form dies durchaus hergeben müsste.
Gleich nach dem Startschuss ging es gewohnt flott auf den ersten Kilometer, Starttempo 3:42 min/km und das bei ansteigender Strecke, Maria hörbar angestrengt hinterher. Ich nahm bergab ein bisschen das Tempo heraus, einige Herren zogen an uns vorbei, doch nach der ersten Runde (2,3 Kilometer) hatte sich das Feld gut sortiert und wir lagen deutlich auf Kurs der Sub20-Marke. In Runde 2 versuchte ich bestmöglich das Tempo flott aber nicht zu schnell zu halten, in den zwei längeren Bergaufpassagen immer hart am Limit, bergab mit dem Ziel es schön “laufen zu lassen”. Ich war selbst erstaunt wie weitgehend locker (Puls im oberen GA2-Bereich) ich dieses Tempo gehen konnte, Maria immer schwer schnaufend hinterher, immer noch klar auf Rekordkurs. Nach knapp19 Minuten war auch die zweite Runde überstanden und es ging zum Ausklang noch rund 300 Meter leicht bergauf zum Zielstrich an der Turnhalle. Ich versuchte nochmals einen Schlussspurt anzuziehen, für Maria trotz Anfeuerung erfolglos, und am Ende ließ ich ihr, bei einer Zeit von 19:41 min für die mit offiziell 5040 Metern angegebene Strecke, noch den Vortritt an der Ziellinie. Unser gemeinsames Ziel wurde damit klar erreicht erreicht und das mit einer Zeit, die in der Frauenkonkurrenz für einen guten Platz drei (hinter zwei Läuferinnen der bayrischen Spitze) reichte.

Auch wenn ich alleine nie auf die Idee gekommen wäre an einem Freitag Abend für eine 5000-Meter-Strecke bis nach Harburg zu fahren, letzten Endes war dieser Lauf auch eine tolle Bestätigung meiner derzeitigen Form. Müde, ohne Wettkampflaufschuhe und auf einer schweren, da nicht gerade flachen, Strecke konnte ich letztlich ohne annähernd dabei ans Limit zu gehen ein Tempo von unter 4 min/km laufen. Meine Endzeit von 19:42 Min ist damit ein klarer Maßstab für den kommenden Samstag, wo es im Rahmen des Kelheimer Duathlon, getrennt durch eine flotte 33-Kilometer-Radrunde, zweimal auf die 5-Kilometer-Strecke geht. “Daumen hoch”, so das positive Fazit.

Genug getextet, gerade kommt endlich die angekündigte Sonne heraus. Die Xentis-Laufräder sind zum ersten mal auf die Wettkampfwaffe aufgezogen, jetzt wird nochmals ordentlich Druck gemacht auf dem Rad. Vor dem Lohn möglichst guter Ergebnisse muss heute und morgen erst nochmals ein gutes Stück Arbeit geleistet werden.



Eine Reaktion zu “Bestzeit im Vorbeigehen”

  1. Gut gestartet | Blog[CHA] v2 meinte:

    [...] beendet. Mit gefühlter 95-prozentiger Belastung und ohne Endbeschleunigung lag ich nach meinen Erfahrungen der Vorwoche genau im erwarteten Bereich. Bei ersten Wechsel ließ ich es zunächst etwas gemächlicher angehen, [...]