Explosiv
Gepostet am 14. April 2008
Wenig Zeit zuletzt, nun aber geballt ein Update der letzten explosiven Tage. Nach einer fast schon hochexplosiven Arbeitswoche packte ich mir am Freitag bereits um 15 Uhr mein Notebook und machte mich bei freundlichem Wetter und angenehmen Temperaturen auf nach. Schnell umgezogen, noch zwei Müsli-Riegel eingeworfen, die Reifen nochmals aufgepumpt und schon saß ich gegen 16 Uhr auf meiner leicht verschmutzten Rennsemmel. Eine flotte und recht flache Runde sollte es werden mit Zwischenstopp in Großhartpenning, dort galt noch schnell für die abendliche Einladung zum Doppelgeburtstag zweier Endzwanziger einen Gutschein für die Bergzeit zu besorgen. Während es auf dm Hinweg noch über die Dörfer ging wollte ich aufgrund aufziehender dunkler Wolken den schnellstmöglichen Weg Richtung Heimat nehmen und so ging es immer der in dieser richtung recht leeren und stetig leicht abfallenden B13 entlang (und natürlich nicht auf dem mit Rollsplitt übersäten Radweg) über Holzkirchen, Otterfing, Sauerlach bis zur “Ziellinie” an der roten Ampel in Unterhaching. In tiefer Aeroposition, mit leichtem Wind von links hinten, jedoch ohne annähernd ans Limit zu gehen wunderte ich mich, dass der Tacho durchwegs 38 – 42 Sachen anzeigte. An zwei drei weiteren nicht unbedingt langsamen Rennradlern schoss ich förmlich vorbei, ab Sauerlach hatte ich dann noch zwei ambitioniertere Kollegen im Windschatten hängen. Heimlich gedopt oder was, so mein erster Gedanke als ich noch kurz vor dem Regen wieder an der Haustür stand.
War es am Freitag die Leistung, musste ich am Samstag aus anderem Grund explodieren. Beim spätmorgendlichen Lauf über den Landschaftspark Unterhaching war ich als Zeuge in einen leider sehr unglimpflich ausgegangenen Radunfall verwickelt. Im flotten Lauf von Richtung Ottobrunn sah ich schon von weiten ich einen Hund auf einem Radfahrer, nenne wir ihn Radler 1, hinterherrennen. Nach circa 50 Metern flotter Weiterfahrt konnte dieser den wild kläffenden Köter schließlich abschütteln. Nur mal nebenbei: es herrscht Leinenpflicht auf dem gesamten Gelände, die Anzahl der tatsächlich angeleinten Hunde dürfte so bei etwas 2-5 Prozent liegen. Der irre Hund lässt also irgendwann von Radler 1 ab und begibt sich wieder zu seinen zwei ob der Agiltät des Tieres recht erfreuten Besitzern. In diesem Augenblick nähert sich Radler 2 von Richtung Westen. Wieder rennt das Vieh mit Vollgas seitlich auf den Radler zu, dieser wird sichtlich nervös und langsamer, der Hund springt nebenher. Radler 2 versucht mit dem Fuß Abstand zu gewinnen und wird wieder schneller, doch der Hund lässt nicht locker. Schließlich verreißt es Radler 2 den Lenker und er fällt vorne über den Lenker auf den Asphalt. Das Rad bleibt heil, der Hund auch, doch für den Mann sieht es nicht gut aus, er hat offenbar große Schmerzen im Arm. Ich eile zu ihm, helfe ihm auf, doch er legt sich mit starken Schmerzen sofort in Seitenlage an den Rad der Fahrbahn. Ein weiterer Radler 3 hält an, ich bitte ihn sofort den Notruf zu verständigen, mehr kann ich im Moment nicht tun. Dann schnappe ich mir die beiden Hundebesitzer und mache die beiden so richtig rund. Auch mir ist auf dieser Strecke schon so mancher Hund in die Quere gekommen, passiert ist bisher zum Glück noch nichts. Auf dem Fahrrad wird normalerweise beschleunigt, zu Fuß einfach stehen geblieben, so die simple Sicherheitstaktik. In diesem Fall wird für mich aber fast schon so etwas wie Vorsatz deutlich, da ganz offensichtlich der Hund auf alles Jagd macht was sich in seiner näheren Umgebung nur etwas schneller bewegt, im nachhinein erfahre ich, dass er zuvor auch schon Inlineskatern hinterhergefetzt ist.
Stocksauer wie ich bin, weise ich unhöflich, unflätig und überlaut auf die Leinenpflicht, Verantwortung und den absehbaren Unfall hin. Als nächstes verfügbares bewegendes Objekt wäre dann ich als Ziel der Attacken dran gewesen. Kommentar der Halters: “Na ja, der Hund ist versichert, der Ellenbogen bestimmt nur verstaucht, wir hätten gar keinen Arzt gebraucht.”
Als die Rettungssanitäter nach ca. 10 Minuten eintreffen ist die Sache schnell klar. Die Jacke wird aufgeschnitten, offener Ellenbogenbruch, ein Notarzt muss her. Ich bitte den Sani noch die Polizei zu rufen um die Sache aufzunehmen, so dass hier auch später entsprechend vorgegangen werden kann.
Es folgt die Unfallaufnahme durch die beiden Polizisten, ich gebe meine Personalien an, mittlerweile ist ein Termin für die Aussage auf dem Revier vereinbart. Auch wenn es der Gesundheit des Unfallopfers nicht hilft, ich hoffe inständig, dass der lädierte Radler 2 mit dem kaputten Ellenbogen einen entsprechenden Prozess anstrebt und ich ihm helfen kann den beiden unverantwortlichen Haltern (sehr höflich ausgedrückt) einen spürbaren finanziellen Schmerz zuzufügen. Fortsetzung folgt hier bestimmt noch.
Zurück zum Sport, der fand dann wieder am Sonntag statt. Wolkenloser Himmel und angenehme Temperaturen versprach noch am Samstag Abend Herr Kachelmann für die Gegend. Satz mit X, doch auch die zahlreichen Wolken und ein frischer Wind ließ mich nicht abhalten gut eingepackt und ohne Bräunungseffekt mit ein paar bislang noch unbekannten Triathleten aus der Umgebung eine gemütliche Kennenlernrunde durch den Münchner Süden anzugehen.

Am Ende kamen waren es in rund vier Stunden (inklusive flotten Ein- und Ausradeln) letztlich rund 118 Kilometer auf dem Tacho und obwohl ich schon lange nicht mehr so weit unterwegs war, die Belastung hielt sich doch recht deutlich in Grenzen und sowohl im Flachen als auch an den kleineren Anstiegen hätte ich die anderen Jungs durchaus schlecht aussehen lassen können. Einmal mehr zeigt es sich unverkennbar: Form und zunehmend gute Beine sind nicht mehr wirklich aufzuhalten. Wo soll das noch hinführen, frage ich verängstigt?
Heute Abend konnte ich es schließlich nochmals krachen lassen. Irrerweise scheint sich mittlerweile mein Körper auch so langsam an das Wasser zu gewöhnen. Hechelte ich zuletzt auf meiner Bahn (2. von links) den vier oder fünf anderen Mitschwimmern gerade so hinterher, musste ich mich heute sogar teilweise bremsen (!) um bei den auf dem Trainingsplan stehenden flotten Intervallen nicht auf meine Vorderfrau und meinen Vordermann, die mich beide vor kurzem bei den langen Einheiten noch übel überrundet hatten, aufzuschwimmen. War ich nun so gut oder hatten die anderen nur einen schlechten Tag? Ich vermute mal ersteres zumal ich weiß, dass ich gerade auf kurzen Strecken gut mit den schnelleren Leuten mithalten kann. Durchgasngszeit konnte ich heute aber leider nicht erfassen, denn nach dem Auspacken meiner Schwimmutensilien (Hose, Uhr, Schlappen, Handtuch, Brille, Kappe) in der Gruppenumkleide vergaß ich beim Gang in die Schwimmhalle irgendwie Kappe und Uhr am Platz. Natürlich bemerkte ich die Sache gleich, kehrte um in die Umkleide und fand dort nur noch meine weiße Badekappe. Mittlerweile bevölkerten rund 10 Kids aus der vorher trainierenden Kinderschwimmgruppe die Kabine. Von einer Uhr (klein, billig, kann stoppen und die Uhrzeit anzeigen, ist wasserdicht, passt unter den engsten Neo, sonst keine Extras) hatte, wie fast zu erwarten, keiner etwas gesehen. Auch ein nochmaliges Suchen in all meinen Taschen und im Rucksack brachte leider keinen Erfolg. Da hat das kurzzeitig herrenlose Ding dann doch recht schnell Beine bekommen. Eigentlich noch ein Grund zum explodieren, doch nach den jüngsten Formkurvenempfindungen wollte ich mich hierüber nicht so recht ärgern. Eine neue günstige Schwimm- und Wettkampfuhr, dann auch, ganz wichtig, mit Rundenfunktion, sollte sich doch irgendwo in der E-Bucht finden lassen.
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15. April 2008 um 15:08 Uhr
Interessante Sache. An den Straßen, wo Ihr offensichtlich umgedreht seid, stand ich gestern auch zwecks schlechter Straße. Bei Google sahen die Straßen einfach größer aus
15. April 2008 um 15:24 Uhr
Die Straße über Harkirchen nach Percha ist auch hier eingezeichnet. Komisch!
15. April 2008 um 15:39 Uhr
Komisch – habe ich mir auch gedacht. Dann schauen einen die Trekking-Rad-Radler auch immer so komisch an, wenn man Ihnen entgegenkommt und es wird einem erst später klar warum
15. April 2008 um 20:25 Uhr
Das mit den Kötern kenne ich. “Der tut ja nix”, “Der will nur spielen”, “oohh, das hat er aber noch nie gemacht” sind die Lieblingssätze der Hundebesitzer. Gott sei dank ist mir auf dem Rad bis jetzt eine Begegnung dieser Art erspart geblieben und beschränkt sich aufs Laufen im E-Garten oder an der Isar.
Wenn du mal Zeit und Lust hast können wir gerne auch mal wieder eine gemeinsame Tour radeln, zumal ich mit Giesing-Harlaching “fast” in deiner Nähe wohne. Nur die nächsten beiden Wochenenden bin ich in Pfaffenhofen.
15. April 2008 um 20:52 Uhr
Wunderbar, dann wird im Mai geradelt.
Und immer schön verletzungsfrei bleiben …