Eigenlob oder Doofheit?
Gepostet am 23. März 2008
Die gängigen Wettervorhersagen für heute sahen durchwegs nass und damit recht bescheiden aus. Aus diesem Grund stand für heute somit Lauf- und Krafttraining auf dem österlichen Trainingsprogramm. Gut ausgeschlafen und nach einem gemütlichen Doppelpass-Frühstück mit selbst gebackenen Croissants wagte ich aber dennoch einen genaueren Blick von der Dachterrasse und auf mein Außenthermometer. Trockene Straßen, rund fünf Grad bei dichter Bewölkung, so die Bedingungen da draußen und auch Herr Kachelmann sagte mittlerweile für die Region keinen Niederschlag mehr für den Nachmittag voraus.
Not too bad, dachte ich mir und somit wagte ich es schließlich doch, warf mich in mein Wind-und Wetter-Outfit, füllte noch schnell eine Trinkflasche und schnappte mir, ebenso wie am Vortag, meinen Wettkampfrenner mit dem Ziel diesmal eine flache und etwas kürzere Runde zu drehen. Eigentlich hatte ich mir eine flotte Route über Sauerlach, Arget, Thanning, Aufhofen, Großdingharting und Ödenpullach zurecht gelegt, doch bei passenden äußeren Bedingungen kam mir auf dem Weg südlich hinaus Richtung Otterfing die Idee mal eben links abzubiegen um die immer geradeaus Rennstrecke über Hofolding, Otterfing, Kreuzstraße und Faistenhaar zu fahren.
Kaum gedacht, schon getan. Und so ging mit einem eigentlich viel zu flotten Schnitt von über 33 Sachen immer schön tief in Aeroposition hinaus Richtung Süden. Irgendwann hinter Hofolding wurde es dann links und rechts der Straße zunehmend weiß, bei der Ortsdurchfahrt Otterfing begann es dann schließlich leicht und zunächst unregelmäßig einzelne Flocken zu schneien. Fast exakt nach 30 Kiloometern beim Linksabbiegen in Kreuzstraße Richtung Norden, so gesehen also am Scheitelpunkt meiner Tour, begannen diese bisher einzeln verstreuten Flocken sich schließlich zu regelmäßigen Schneefall zu entwickeln, die mir dank Nordwestwind nun auch noch schön ins Gesicht geblasen wurden. Glücklicherweise war es gerade noch warm genug, so dass die Flocken nur am Straßenrand und nicht auf der Strasse liegen blieben und beim Blick gen Himmel hatte ich zudem noch die Hoffnung, dass dieser Spaß nur für kurze Zeit anhalten würde.
Klar, vergebens. Bis auf eine kurze Zeit auf dem Weg von Faistenhaar bis zum Ikea in Brunntal rieselten die langsam immer dicker werdenden Schneeflocken auf mich nieder. Immerhin, meinem Tempo schadeten diese Umstände nicht, schließlich wollte ich schnell, nicht steif gefroren oder als Schneemann wieder nach Hause kommen. Auch mein Rad und meine Kleidung machten die Sache gut und noch einigermaßen erträglich und zum großen Glück war auf dieser meist eh schon sehr wenig befahrenen Strecke dermaßen wenig los, dass man fast das Gefühl haben könnte, es würde gerade ein WM-Finale im Fernsehen laufen.
Gut 25 Kilometer und eine knappe Stunde später kam ich wohlbehalten, nur mit etwas kalten Fingern vor der Haustür an. Das Thermometer zeigte mittlerweile nur noch ein Grad und auf den parkenden Autos lag mittlerweile schon eine dünne Schneeschicht. Zum Wiederaufwärmen und da ich nun eh schon dabei war, hängte ich gleich noch eine kurze 40-minütige Laufrunde an. Wie immer wenn man direkt vom Rad steigt natürlich viel zu schnell. Nach insgesamt zweieinhalb Stunden war dann auch dieser Trainingstag beendet. Der Nachmittag und Abend wurde mit viel Fußball (England, Bundesliga, Spanien), den restlichen Croissants und einem Lindt-Osterhasen verbracht.
Bleibt eine Frag: Stolz oder doof? Während andere ein paar Meter weiter südlich allein von der Sorge getrieben werden genügend Sonnencreme dabei zu haben, brettere ich hier Ende März noch durch den Schnee. Immerhin, mit meinem neuen Lenker und die neue deutlich tiefere Position auf dem Wettkampfrad habe ich mich mittlerweile angefreundet. Bequem ist sicherlich etwas anderes, doch für 40 Kilometer wird es im Wettkampf gut reichen. Beine und Form sind soweit im Vorjahresvergleich ebenfalls schon auf einem guten Weg. Für’s Trainingslager in vier Wochen werde ich wie es aussieht jedenfalls ganz passabel gerüstet sein.
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24. März 2008 um 17:59 Uhr
Eigenlob!! Ich war gestern bei meinen Eltern in PAF und bin deshalb nicht geradelt, jedoch war ich am Samstag und heute unterwegs. Schön wars (bis auf den Wind)