Ich bin verliebt

Gepostet am 2. Dezember 2007

Gestern beim großen Sport-Scheck-Gletscher-Testival im Stubaital hat es mich erwischt. Ich bin verliebt – in einen Ski. Der neue Salomon Equipe V3 Race hat es mir massiv angetan.

Wie schon angekündigt spielte das Wetter gestern prima mit, die Pisten waren in absolutem Top-Zustand und aufgrund des allgemeinen außerpistlichen Vorweihnachtswahnsinns war auch vom großen Andrang auf der Piste war nicht allzu viel zu spüren. Zudem sind durch die allgemein gute Schneelage mittlerweile schon die meisten großen Skigebiete zumindest in den Wochenendbetrieb eingestiegen, kein “Zwang” also auf den Gletscher zu gehen.

Aber der Reihe nach:
Abfahrt mit dem Doppelstöckerbus an der Donnersberger Brücke war um 6.15 Uhr, Skikarten und Testberechtigungen wurden während der Fahrt im Bus verteilt und durch die sehr entspannte Verkehrslage standen wir schon kurz vor neun Uhr an der Talstation auf rund 1.700 Meter Meereshöhe. Das übliche morgendliche Anstehen dort verlief völlig problemlos und so drehte ich schon kurz nach 9 Uhr oben angekommen erst noch zwei Runden auf meinen eigenen Skiern um nach der langen Pause (letzter richtiger Skitag an Silvester letzen Jahres) wieder etwas Gefühl für Schnee und Hang zu entwickeln.
Schnell fühlte ich mich auf den sehr gut präparierten Pisten, die so richtig zum carven einluden, wohl und machte mich auf zur Sport-Scheck-Teststation. Dort gab es jedoch gleich die zweite Enttäuschung des Tages (der erste Schock war das Klingen des Weckers um 4.55 Uhr), denn obwohl zahlreiche Ski der Marken Atomic, Head, K2, Elan, Völkl, Fischer und Salomon zur Auswahl standen, so richtig topsportlich Material in vernünftiger Größe war scheinbar nicht zu bekommen. Speziell meine Präferenz bezüglich knackig kurzer Slalom-Race-Carvern konnte scheinbar nicht bedient werden, weder die Topserienski von Völkl, Atomic oder Fischer waren dabei und so schnappte ich mir zunächst dann doch einen Elan SLX, der mir mit einer Länge von 1,65 Meter allerdings etwas zu lang erschien. Schade, aber eine andere Größe war für diesen Ski nicht zu bekommen.
Nach einigen spritzigen Probefahrten war ich zwar angetan von dem Ski, ein nettes Teil, mit gutem Grip und flott in den Kurven, hätte allerdings von einem fast neuen Ski der neuesten Generation deutlich mehr erwartet und merkte zudem dass mir diese Länge bei meinem Gewicht und Größe einem solchen Ski nicht unbedingt zu Gute kommt.
Test 1 vollbracht, somit ging zurück zur Teststation, vielleicht sollte mir das Glück diesmal einen besseren Ski bescheren. Doch die Enttäuschung wurde dort fast noch größer, Raceserien Fehlanzeige, sportliche Cross-Ski nur in Längen ab 1,70 Meter und die Beratung der zwar sehr netten, aber skitechnisch nur basisgebildeten Blondinchen war gelinde gesagt “unter aller Sau”. Ich wollte es nicht fassen, ein paar kurze sportliche Carver müssten doch aufzutreiben sein, daher versuchte ich die Sache selbst in die Hand zu nehmen:

Ich: “Hey, dort liegen glaube ich noch ein paar Salomon-Ski rum, die recht sportlich sein dürften.”
Blondie1: “Ach so.”
Blondie2: “Ja, die sehen gut aus.” (das “wichtigste” erkennen die Damen sofort)
Blondie1: “Die sind aber nur 1,60 Meter.” (mein Kopf schlägt auf die Biertischplatte vor mir)
Ich: “Genau die Größe suche ich!”
Blondie2: “Meinst Du die passen?”
Ich: “Klar, her damit. Das sind schon Slalom-Race-Carver, oder?” (über die aktuellen Modelle war ich nicht so im Bilde)
Blondie1: “Moment, ich schaue mal …. ja, da steht Slalom drauf. Und Race auch! Hihi!”
Ich: “Bitte gibt mir den Ski.” (… und halt die Klappe, BITTE!) “Danke.”

Schnell schnappte ich mir die Teile, bevor noch irgend ein Unglück geschieht, ließ die Bindung einstellen, schnallte sie mir an und machte mich auf zur Gamsgarten-Mittelstation. Schon nach wenigen Metern auf dem harten und nicht ganz flachen Untergrund war ich begeistert -exzellenter Kantengriff und eine super Beschleunigung aus den Kurven, sowohl bei weiten als auch bei ganz engen Radien. Auf den flacheren und breiteren Carvingpisten konnte ich es dann mit dem V3 richtig krachen lassen. Einmal in die Kurve gelegt katapultieren die zwei Waffen unter den Sohlen einen schier durch die Kurve. Wahnsinn, solch einen Quantensprung zu meinen bisher schon sehr drehfreudigen und aggressiven Dynastar Speed Omeglass 64 hätte ich beim besten Willen nicht erwartet, schließlich unterscheiden sich die Bretter in den rein technischen Daten (Maße, Radius, Überhöhung, Gewicht) nur unwesentlich, allein das Baumaterial hat sich in den letzten drei bis vier Jahren wohl nochmals grundlegend verändert.
Fast ganze drei Stunden, nur kurz von einer horrend teuren Mittagsbrotzeit (Breze, Salat, Almdudler für 8,30 Euro, die Butter habe ich dafür geklaut) unterbrochen, konnte ich mich am Salomon V3 Race erfreuen, für den ich einfach keine negativen Eigenschaften feststellen konnte, selbst bei Design würde ich Note 1- vergeben. Gegen 14:30 Uhr wollte ich mich dann doch nochmals auf zum Testcenter machen, wohl wissend, dass der nächste Testski nicht annähernd an das gerade beschriebene Fahrerlebnis heranreichen könnte. Da sowieso nichts vergleichbares bei Blondie2 zu bekommen war, ließ ich mich am Ende dann doch auf einen sportlichen Cross-Ski mit 1,68 Meter Länge ein – den Völkl Crosstiger Carbon, laut Hersteller immerhin ein “Hochleistungsski” und noch dazu alles andere als billig. Vielleicht war ich auch nur mental schon so blockiert, aber trotz der Tatsache, dass ich den Ski allein schon wegen des größeren Radius etwas anders gefahren bin und auch mal mein Glück neben der Piste versuchte, an die Agilität und Spritzigkeit des Salomon konnten diese Bretter nicht annähernd ranreichen. Auch in punkto Laufruhe bei langgezogenen Schwüngen (auch in höherem Tempo) war keine Verbesserung spürbar. Das schlichte Fazit: Sicherlich ist auch der Crosstiger kein schlechter Ski und durchaus gut zu fahren, jedoch ebenfalls wie der Elan ohne “Aha-Erlebnis” und somit keine Verbesserung zu den Erfahrungen mit meinen eigenen Dynastars.
Gut eine Stunde später und damit kurz vor Toresschluss um 15:30 Uhr gab ich schließlich auch dieses Paar wieder wohlbehalten zurück, verabschiedete mich von den nun nur noch netten (fachlich war ja nichts mehr gefordert) Damen um mich dann wieder mit meinen nun “langweiligen ollen” eignen Ski auf den Weg ins Tal zum abfahrbereiten Bus zu machen, der Dank pünklicher Abfahrt auch schon kurz vor 19 Uhr den Zielparkplatz an der Donnersberger Brücke erreichte. Der Tag war geschafft, das Aufstehen hatte sich gelohnt und ich bin verliebt – in einen Ski.
Schee woars’s!



3 Reaktionen zu “Ich bin verliebt”

  1. Reiner meinte:

    Geile Ski.

  2. Sensational White | Blog[CHA] v2 meinte:

    [...] Pisten, flotte Anfahrt, Sonnenschein und ideale Temperaturen. Jetzt hätten nur noch die Ski vom letzten Test und ein halber Meter Neuschnee gefehlt, innerhalb der letzten paar Jahre kann mich aber beim besten [...]

  3. Hans Müller meinte:

    :twisted: :cry: :arrow: :eek: :shock: :lol: :smile: :mad: :???: :sad: :cool: :!: :evil: :?: :grin: :idea: :oops: :razz: :mrgreen: :roll: :neutral: :wink: