Nicht mehr alle Tassen im Haus

Gepostet am 9. Juli 2007

Auf dem Rückweg vom gestrigen Wettkampf kam mir genau in dem Moment als ich gerade die Autobahnausfahrt “Taufkirchen-West” herunterdüste der spontane Gedanken an einen “richtigen” (also keinen zuhause selbst angerührten) Cappuccino. Mit richtigem Milchschaum, hochwertigen Espresso, feiner Kakao-Note und so.
Wie praktisch, dass im direkt an der Autobahnausfahrt angrenzenden Gewerbegebiet “Unterhaching-Süd” gerade erst vor wenigen Wochen der dort angesiedelte McDonald’s, den ich als Fastfood-Skeptiker noch nie betreten hatte, um ein McCafe erweitert wurde. Dort sollte es wohl einen leckeren Cappu geben. Dachte ich.

Vier Uhr nachmittags, der Himmel grau, gleich würde es gewittern. Wie zu erwarten waren die Straßen rund um das sonst so belebte (samstags sogar stets chaotische) Gewerbegebiet wie ausgestorben. Was nicht zu erwarten war, war die Tatsache, dass der (alles andere als kleine) Parkplatz des McDo restlos überfüllt war. Ebenso die beschirmte Aussen-Terasse des Lokals. Alles wie gehabt, dachte ich, der ganz normale McDoof-Sonntags-Wahnsinn. Als ich gerade schon entnervt aufgeben und weiterfahren wollte wurden just in diesem Moment zwei Parkplätze frei und meine Lust auf ein bisschen Kaffeegenuss verleitete mich dann doch noch dazu mein Auto zu parken und auf einen Sprung ins Fresslokal hineinzuschauen. Insbesondere auch da ich bisher noch nie in einem McCafe sitzen durfte und somit noch nie einen, wie man mir erzählte, sehr guten McCafe-Cappuccino testen durfte. Ich war freudig überrascht, dass sich zwar (wie fast immer in diesen Anstalten) an den normalen Schaltern die Bildungselite des Münchner Umlandes stapelte, am schicken braunen und mit Holzverkleidung gehaltenen Ausgabeschalter der Kaffeespezialitäten jedoch freie Bahn herrschte. Ein kurzer Blick auf die Karte und schnurstracks hatte ich mich mental für einen Cappuccino Grande mit einem Extra-Shot Espresso entschieden. Als ich gerade mit meiner Bestellung loslegen wollte, fiel mir der extrem lässige junge Kerl hinter dem Tresen schon ins noch nicht ausgesprochene Wort:
“Ich hoffe sie wollen keinen Kaffee, Cappuccino, Espresso oder Latte Macchiato bestellen”.
“Ähem, … doch … durchaus. Sie werden doch wohl noch ein bisschen Kaffee und Milch haben”, erwiderte ich verdutzt.
“Ja, das schon …, doch im Moment habe ich weder Tassen, noch Becher um das Zeug dort rein zu tun”, raunzt er mir rotzfrech entgegen.
“Ist nicht Ihr Ernst”, sage ich fassungslos.
“Doch.”

Kurz umgedreht, flott rausmarschiert und schon stand ich wieder ungläubig auf dem überfüllten Parkplatz dieses Mistladens. Mir fehlen noch immer die Worte, ich weiß nicht mal was ich als Fazit darüber bloggen sollte.



3 Reaktionen zu “Nicht mehr alle Tassen im Haus”

  1. Reiner meinte:

    Die “Kaffeespezialitäten” vom Mäcci sind aber wirklich sehr gut. Aber dein Link zum “gestrigen Wettkampf” funktioniert leider nicht.

  2. Chris meinte:

    Etwas Geduld noch, lieber Reiner ;)

  3. Reiner meinte:

    Nein, keine Geduld. Erst einen neugierig machen und zu dem Text verlinken und dann geht nichts weiter ;-)