Karlsfelder Wasserfestspiele mit Bestzeit
Gepostet am 18. September 2011
Generalprobe für Kona geglückt, auch teilweise heftiger Dauerregen und knöcheltiefe Pfützen konnten mich heute nicht abschrecken, mit 1:24:57 Std lief ich heute beim Seelauf in Karlsfeld eine neue persönliche Bestzeit über die Halbmarathon-Distanz. Heute Morgen hätte ich, ehrlich gesagt, absolut nicht damit gerechnet, doch dass es trotz meiner aufgrund Trainingspriorität alles andere als optimalen Vorbereitung dennoch geklappt hat freut mich nun natürlich um so mehr und zeigt, dass ich auf einem wirklich gutem Weg bin. Dafür bin ich jetzt auch ordentlich platt.
Nachdem ich letzte Woche aus Gewissensgründen dann doch nicht beim Isarlauf in Bad Tölz starten konnte, 34 bzw. 29 Euro Startgeld empfand ich als Unverschämtheit, wollte ich 11 Tage vor unserem Abflug nach Hawaii doch noch mal die Form testen beim Halbmarathon in Karlsfeld. Schonung oder ordentliche Vorbereitung waren auch diese Woche wieder Fremdworte, Mittwoch bis Freitag hatte ich noch einen Laufblock eingelegt und der gestrigen super sonnige Samstag wurde nochmals für eine ausgiebige Radrunde genutzt mit dem Schwerpunkt auf Aero-Position, sprich es dort relativ flott zur Sache, nach etwas dreieinhalb Stunden lag der Schritt noch bei etwas über 34 km/h. Zwar konnte ich mit einer ordentlichen Pizza Marke Eigenbau gestern Abend wieder die Speicher auffüllen, doch als heute Morgen um kurz nach 7 Uhr der Wecker klingelte spürte ich schon gleich auf dem Weg zur Küche, dass ich in den Tagen vorher “gut was getan” hatte. In 10 Minuten wurden schnell noch eine Butter-Breze und zwei Toastbrote verdrückt, dann ging es auch gleich raus nach Karlsfeld, wo ich nur noch meine Startnummer abholte, eine kurze 10-minütige Einlaufrunde drehte und versuchte durch ein ordentliches Drehprogramm die Müdigkeit aus den Beinen zu vertreiben.
Hatte es bis 9 Uhr nur eher leicht geregnet ging es pünktlich zum Start des Rennens so richtig los. Nachdem die Vorhersage ja auch entsprechend war, trat ich, obwohl ich das bei Laufwettkämpfen normalerweise nicht so mache, im Triathlon-Outfit an, mit der Hoffnung, dass die Klamotten nicht ganz so viel Wasser aufnehmen sollten. Letztlich eine ganz gute Idee, die ich da hatte, dass allerdings nach bereits 15 Minuten die Teile der Laufstrecke ordentlich unter Wasser standen hatte ich irgendwie nicht auf der Rechnung, so dass letztlich aus den eigentlich leichtgewichtigen Schuhen und Socken dann doch noch klobig vollgesogene Wassertreter wurden mit dem Resultat zweier schöner Blasen an beiden Fußsohlen.
Rasch aber doch noch zum Rennverlauf, der an sich absolut unspektakulär verlief. Zügig, aber nicht zu schnell angehen und dieses Tempo so weit wie möglich halten, das war die Taktik. Und genau dies konnte ich so auch zum ersten Mal voll umsetzen, sehr erfreulich.
Tempotraining, Intervalle, Sprints, das alle habe ich nach meinen zwei Sprint-Rennen im Mai komplett aus meinem Plan gestrichen. Wozu auch? Um ein Ironman-Rennen zu überstehen, noch dazu auf Hawaii, fokussiere ich seit Juni nur noch auf mein “Hauptproblem”: Ausdauer. Schnell geht daher nicht (mehr) und entsprechend ließ ich es ungewöhnlich langsam angehen. Schon der erste Kilometer war mit 3:50 Min eher gemächlich und die weiteren Kilometermarken fielen dann sehr regelmäßig mit einem fast konstanten Tempo knapp unter 4 Min/km. Meinen Garmin hatte ich diesmal zu Hause gelassen (nur Ablenkung), doch die Markierung der Strecke war durchgängig und sehr exakt und so war ich absolut happy, dass nach 39:54 Min die 10-Kilometer-Marke fiel ohne dass ich dabei das Gefühl hatte zu überziehen. Ein bisschen schnell ging also doch noch, Position zu dem Zweitpunkt circa Platz 18 bis 20. Wie schon erwähnt, besonders frisch fühlte ich mich vor dem Rennen nicht, und so warte ich ab dieser Marke eigentlich nur noch, wann ich denn wie vor zwei Jahren bei meinem letzten Versuch dort (im Rahmen der Vorbereitung auf Clearwater) nun deutlich langsamer werden würde. Gemeinsam mit einem Mitstreiter, der glücklicherweise fast exakt meinen Rhythmus mitlief, konnten wir trotz ordentlichem Geplätscher (pfatsch pfatsch pfatsch und das bei jedem Schritt) und dann noch aufkommendem Wind das angeschlagene Tempo weitgehend halten. Kilometer 15 passierten wir bei 1:00:16 Std, bei Kilometer 18 guckte ich zum letzten Mal auf die Uhr: 1:12:28 Std – damit hätte ich wahrlich nicht gerechnet. Als dann auch noch der ab circa KM 8 durchgehend rund 100 Meter vor uns laufende Kerl langsam näher kam, witterte ich noch die Chance einen Platz gut zu machen und versuchte nochmals etwas zu beschleunigen, was irgendwie aber nicht mehr so recht drin war. Immerhin, bis auf knapp 30 Meter kam ich an den Kerl noch heran, ehe es dann schon zur finalen Runde ins Karlsfelder Stadion ging. Gefühlt konnte ich auf den letzten 300 Metern noch etwas zulegen, doch auf einen Schlussspurt verzichtete ich aus Vernunftgründen und sah erst im Ziel, dass ich letztlich tatsächlich die Marke von 1:25 Std unterboten hatte. Exakt 1:24:57 Std standen auf meiner Stoppuhr, eine durchaus passable Zeit bei den Bedingungen und zugleich für mich eine Verbesserung der persönlichen Bestzeit um 48 Sekunden. Tolle Show und eine Zeit, die ich so vor dem Rennen niemals erwartet hätte.

Fazit: Absolut durchwegs positiv. Zwar müsste ich mit meinen nun schon seit fast 10 Wochen deutlich gesteigerten und äußert konsequenten Laufumfängen eigentlich auch in der Lage schneller zu laufen, dazu hätte ich aber das schneller laufen auch mal trainieren müssen. Wie erwähnt, ich hab’s bewusst nicht getan mit dem Plan über erhöhte Umfänge so etwas wie eine “Standard-Normal-Tempo-Gewöhnung” zu erlangen, die ich dann so auch am 8. Oktober mit 7 Rennstunden in den Knochen einigermaßen abrufen kann. Entsprechend hätte ich heute auf eine Zeit von ca 1:26 Std gehofft, erwartet hatte ich durch Regen, Wind und Müdigkeit eher etwas um die 1:28. Dass es jetzt dennoch mit einer neuen PB geklappt hat stimmt mich daher absolut positiv und zeigt, dass der Trainingsfortschritt tatsächlich auch qualitativ genutzt werden kann und ich in Sachen Ausdauer mich deutlich verbessern konnte. Viele Halbmarathons bin ich bisher noch nicht gelaufen, die meisten sogar im Rahmen von Triathlon-Rennen, aber derart konstantes Durchlaufen ohne größeren Einbruch war bislang noch nie drin. Wenn ich es jetzt noch schaffe meine aufgebauten Lauffähigkeiten (logischerweise deutlich gebremst, aber zumindest einigermaßen konstant) bis Kilometer 25 auf dem ins Energy Lab abzurufen, dann werde ich die letzten 17 Kilometer dort auch noch irgendwie rumkriegen. So zumindest mein Plan, der dort eine Laufzeit von circa 4 Stunden vorsieht. Auch wenn dies sicherlich nicht zu vergleichen sein wird, für diesen Plan gibt mir das heutige Rennen auf jeden Fall eine Portion Zuversicht. Werd’ scho’ wer’n!
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24. September 2011 um 21:44 Uhr
[...] Rahmenbedingungen konnten nicht viel besser sein. Meine Beine allerdings waren nach und trotz der guten Leistung vom letzten Sonntag logischerweise noch immer nicht auf Laktattoleranz und schnelle Schritte eingestellt. Angesichts [...]
28. Oktober 2011 um 23:45 Uhr
[...] wenig, aber durch die konstant hohe Belastung schaffte ich es zumindest noch in der Vorbereitung den Halbmarathon in Karlsfeld zu laufen. Erfreulicherweise mit persönlicher Bestzeit, das gab noch mal einen Schub [...]