Cross und quer – Intervalle und Koordination auf die etwas andere Art
Gepostet am 22. Juli 2011
Mannmannmann, was war den das gestern Abend im Olympiapark? Nach meinem Boykott vom Vorjehr ließ ich mich heute wieder breit schlagen und ging gestern Abend beim Münchner Firmenlauf B2RUN für meinen Arbeitgeber an den Start. Richtig Spaß habtte ich bei dieser Veranstaltung noch nie, aber was tut man nicht alles für seinen Brötchengeber, zumal ein bißchen sommerlicher Abendsport immer mal ganz gut tun kann. Immerhin, es blieb diesmal trocken bei diesem Massenerlebnis und außer mir waren noch rund 30.000 weitere Läufer Leute am Start. Rein aus sportlicher Sicht wurde es für mich ein mehr als ungewöhnlicher Abend.
| Startbereich – Menschen ohne Ende, und das ist nur das vorderste Viertel !! |
Nach Transalp, Maratona und einer anschließenden Ruhepause schnalle ich am letzten Sonntag zum ersten Mal seit dem 23. Juni wieder meine Laufschuhe an. Kein Klettverschluss, keine Pedalcleats, keine harte Carbonsohle – schon etwas ungewöhnlich. Von Vorbereitung würde ich daher gar nicht reden, die 6,1 Kilometer (offiziell angegeben und auf der Idealline wohl auch korrekt) musste ich also aus meiner Mai/Juni-Grundlage heraus bestreiten, natürlich noch immer mit dem Ziel möglichst schnell zu laufen.
Soweit also der Plan, die Realität sah dann leider doch etwas anders aus. Um schnell zu laufen braucht man auf jeden Fall zwei Dinge: schnelle Mitläufer und halbwegs freie Bahn. Mein Plan war es eigentlich in der Startaufstellung zumindest einigermaßen weit nach vorne zu kommen um die große Anzahl der wirklich langsamer Läufer einigermaßen rasch umschiffen zu können. Auf dem Weg zum Olypiagelände blieb allerdings leider meine U-Bahn im Schachte stecken, was mir einen Zeitverlust von knapp einer Stunde einbrachte. Somit schaffte ich es gerade noch meine Sachen abzugeben und musste dann, fünf Minuten vor dem Startschuss, feststellen, dass mich zwar noch seitlich ein gutes Stück nach vorne kämpfen konnte, dann aber irgendwann absolut kein Durchkommen nach vorne mehr war. Immerhin, ich konnte den Startbogen schon sehen, doch letztendlich erreichte ich die Startline dann doch erst fast 26 Minuten nach den Spitzenläufern, die zu diesem Zeitpunkt logischerweise schon im Ziel waren.
Der Lauf an sich war dann kein Lauf im eigentlichen Sinne mehr. Die Strecke war schlicht so voll mit Menschen, dass zum großen Teil kein wirklich schnelles Laufen möglich war. Zickzack laufen, abstoppen, wieder losrennen, immer auf der Suche nach den kleinen Lücken und wo möglich versuchte ich abseits der asphaltierten Strecke wild durch die Büsche zu springen. Ein wirklich tolles Intervall- und Koordinationstraining, aber halt eben kein wirklicher Laufwettkampf. Von der Belastung her war es zwar recht intensiv und durch die ständigen Tempowechsel vor allem kräfteraubend und so kam ich am Ende genau auf ein 4er-Tempo. Gewollt hätte ich, gekonnt wohl auch, aber es ging halt beim besten Willen nicht schneller voran und entsprechend zappelig sieht meine GPS-Aufzeichnung des Tempoverlaufs aus, von 3:30 bis zum Fast-Stillstand war fast alles dabei.

Leider ist die Streckenaufzeichnung nicht detailliert genug um das Zickzackgehoppel auf dem Streckenplan zu verfolgen. Sorry auch hier noch mal an den ein oder anderen Teilnehmer, den ich nicht ganz ohne Körperkontakt passieren konnte. Keine Absicht, aber mit ein wenig sportlichem Ehrgeiz ging es an manchen Stellen nicht anders, andererseits werde ich nie verstehen, warum sich Leute vorne reinstellen, die bereits nach 1,5 Kilometer im Wandermodus unterwegs sind.
Angesichts der Möglichkeiten kann ich mit der Leistung durchaus zufrieden sein, das reine Ergebnis ist aber dennoch im Quervergleich eher schwach. War ich 2009 noch fast an Platz 1oo dran und in der siemensinternen Wertung auf Platz 3, waren gestern unfassbare 17 Siemensianer schneller als ich über die Ziellinie (2009 waren es gerade mal ZWEI). So reichten meine 24:39 Min letztendlich gerade mal zu zu Platz 456 (für die per GPS ermittelte 6,22 km) und somit fehlten dann letztlich knappe zwei Minuten auf so etwas wie meine “Normalleistung”. Immerhin, mit meiner Bruttozeit von über 50 Minuten liege ich auf jeden Fall noch ganz passabel im Rennen, ich konnte bislang nur drei Läufer ausmachen, die ähnlich spät wie ich gestartet sind und am Ende unter 25 Minuten blieben. Wahre Rüpel Überlebenskünstler Cross-Runner eben.
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15. August 2011 um 16:23 Uhr
[...] Woher sollte es auch kommen, richtig schnell gelaufen bin ich seit Ende Mai in Waging nicht mehr (B2RUN zählt nicht)? So ging ich also im gefühlten “So-gerade-noch-flott”-Tempo auf die zum [...]