Malaysia Teil 5 – Dubai

Gepostet am 15. Januar 2010

Okay, okay, Experten werden den Fehler schon bei der Überschrift bemerkt haben, Dubai liegt natürlich nicht in Malaysia, sondern ist Teil der Vereinigten Arabischen Emiraten, aber um diesen Beitrag mit einem gewissen Wiedererkennungswert als (leider) letzten Teil der Serie durchgehen zu lassen, bleibe ich dann doch lieber bei diesem wohl etwas besser passenden Titel. Zumal dieser Stopp ja sowieso unumgänglich auf unserer Reiseroute lag, wir uns halt nur für den Rückweg vier Zusatztage gönnten. Letztlich ein sehr gute Entscheidung und ein krasses Kontrastprogramm zum eher beschaulichen Malaysia.

Erfolgreich angekommen waren wir ja schon Teil 4 der Serie, nach einer guten Mütze Schlaf machten wir uns dann am frühen Nachmittag auf die Altstadt auf beiden Seiten des Creeks und die diversen Souks zu erkunden um hier schon ein erstes Mal festzustellen, dass die Entfernungen in dieser Stadt aus Fußgängersicht allesamt nicht zu unterschätzen sind. Zur Erklärung, Souks, das sind die richtig engen und vollgestopften arabische Händlermärkte mit allem was man eben auf traditionellen Märkten so erwartet: Gold, Gewürze, Stoffe, Pashmina, Kaschmir, arabische Gewänder, Schuhe, Sandalen und jede Menge Imbissstände. Tja, und dann wären da noch diversen Kaufgelegenheiten für “Watches” (natürlich alle gängigen teuren Marken), “Handbags” (nur die ganz teuren Marken wie Louis Vuitton und Gucci), “Mobile Phones” (alles was man so kennt), T-Shirts (nur die allerhochwertigsten China-Stoffe mit den schicksten Motiven) und natürlich iPhones, manchmal nur als “Copy Iphone”, meist aber als iPhone, IPHONE, IPHONE angepriesen, wenn man bis dahin nicht auf Watches, Handbags und T-Shirts regiert hatte. Also immer.
Anyway, etwas abgekämpft und mit wiederum einigen Kilometern in den Beinen kamen wir gegen Abend wieder im Hotel an, nicht ohne vorher noch nach zähem Handel dann noch zwei Paar Schuhe für umgerechnet 18 Euro erstanden zu haben. So kurbelt man die Wirtschaft an, irgendwas kauft sich immer.

Ich glaube es muss so gegen 5.50 Uhr gewesen sein, als ich am nächsten Morgen das erste mal aufschreckte. Von unserem schönen Executive Room im siebten Stock hatten, wir zwar einen wirklich guten Blick auf den Creek, das Dubai Museum und den gegenüberliegenden Stadtteil Deira, leider aber eben auch eine Großbaustelle direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und vor allem noch drei Moscheen im Umkreis von 400 Metern. Unfassbar, wie dicht in dieser Stadt die Moscheen fast schon nebeneinander stehen, von denen dann jeweils kurz vor sechs leicht versetzt und mit unterschiedlicher Tonlage die Muezzins über Ihre Lautsprecher ihre Gebetsaufrufe in den anbrechenden Tag überlagernd hinausplärren. Volles Kulturprogramm also, leider halt um diese ärgerliche Uhrzeit.
Nur nicht ärgern lassen, lautete aber das Motto und bei dubaigemäßen wolkenlosem Himmel machten wir uns gut gestärkt nach reichhaltigem Frühstück in der Executive Lounge auf zum Strand. Mit dem hoteleigenen Shuttlebus ging es zum etwa 25 Minuten entfernt gelegenen Jumeirah Beach Park, wo wir zusammen mit rund 20 weiteren Hotelgästen gegen 14 Uhr auch wieder abgeholt wurden.
Kaum zurück, stand rasch noch kurzer ein Sprung unter die Dusche an, dann ging es auch schon wieder weiter, schließlich hatten wir am Vortag die obligatorische Wüsten-Safari gebucht bei der wir erst mit dem Land Cruiser durch die mächtigen Sanddünen geschippert wurden, ehe wir dann in der Replika einer Wüstensiedlung abgesetzt wurden wo neben einem BBQ-Buffet diverse “Attraktionen” wie Henna-Tattoos, Shishas, Watches, Handbags, reitbare Kamele und zum Abschluss eine Bauchtanzshow auf die von diversen Veranstaltern eintrudelnden Touristen warteten. Insgesamt sicherlich alles sehr touristisch, in der nächtlichen Wüste dann leider noch dazu etwas kalt, aber letztlich doch ein interessanter Trip, der einem die Wüste durchaus etwas näher bringt.

Stadt, Strand und Wüste waren also bereits erkundet und so ging es am Mittwoch zu den eigentlichen Sehenswürdigkeiten des Emirates Dubai, den Shopping-Malls. Ich bin im normalen Leben kein großer Freund von Einkaufsbummeln, aber die Mega-Shopping- und Erlebnis-Zentren dort stellen für mich alles bislang gesehene in den Schatten. Los ging es in der wahrlich gigantischen Dubai Mall mit angeblich 1.200 Geschäften. Ich muss zugeben ich bin noch immer beeindruckt vom riesigen Angebot, den weitläufigen Räumlichkeiten und der absolut hochwertigen Innengestaltung. Wow! Vom Lower Ground dort geht es zudem seit letzter Woche auch hinauf auf den gerade erst eröffneten Burj Dubai, mit über 800 Metern das mit Abstand höchste Gebäude der Welt. Kurzfristig raufkommen geht dort zur zum vierfachen Preis und so war es klar, dass wir uns im Vorverkauf gleich noch für Freitag  zwei Tickets für die Fahrt nach oben sicherten.
Mit der ebenso brandneuen Metro machten wir uns weiter auf zur im Vergleich fast schon beengten Mall of the Emirates wo gerade noch so ein Skihalle mit hinein passt und der man die paar Jahre auf dem Buckel dann fast schon ansieht (harhar).
Zum Einbruch der Dunkelheit wollten wir uns dann noch den Souk Madinat Jumeirah, ein eher im traditionellen arabischen Stil gehaltenes Shopping- und Dining-Zentrum mit eingebautem Luxus-Hotel, nicht entgehen lassen. Speziell im abendlichen Ambiente ein wirklich lohnenswerter Ausflug mit hohem Wohlfühlfaktor, wo wir dann auch den Abend bei libanesischem Essen und in der schön am Wasser gelegenen Bar Zar ausklingen ließen.

Nach dem Hardcore-Mittwoch war Tag 4 am Donnerstag dann wieder deutlich entspannter angesagt. Erst ließen wir uns am Strand nochmals die angenehme Januar-Sonne auf den Bauch scheinen, um später am Nachmittag mit dem Dubai Museum und dem alten Scheich-Anwesen noch das letzte bisschen Kultur der Stadt nachzuholen. Schwuppdiwupp, war es auch schon wieder Abend und wir beschlossen den letzten Abend unserer Reise bei Shopping und Thai-Food im Festival City Centre ausklingen zu lassen.

Gut geplant ist halb gewonnen und so ermöglichte uns der gut gewählte späte Rückflugtermin um 16.30 Uhr heute noch eine sinnvolle Nutzung des halben Tages. Gut gefrühstückt und nach finalem Kofferpacken machten wir uns am in Dubai arbeitsfreien Freitag (analog zu unserem Sonntag) nochmals auf zur Einlösung unserer Fahrt hinauf auf dem Burj Khalifa, wie er mittlerweile heißt. Gut organisiert und ohne Wartezeit katapultierte uns in einer guten Minute der Aufzug mit rund 10 Metern pro Sekunde hinauf ins 124. Stockwerk auf eine Höhe von (leider nur) 440 Metern von wo aus man aufgrund des Ticketsystems in Ruhe und ohne Gedränge den Blick über die die Stadt und die fast schon zahllosen Baustellen für weitere Großprojekte genießen konnte. Schade nur, dass die doch recht diesige Luft den weiteren Blick auf den Westen mit The Palm und dem weltberühmten Burj al Arab doch sehr trübe machte was uns aber nicht daran hinderte insgesamt doch fast 45 Minuten dort oben zu verbringen ehe es dann endgültig zur letzten lästigen Etappe der Reise ging, dem Rückflug. Immerhin,nach Verspätungen bei Hin- und Transferflug, verlief diesmal endlich alles reibungslos und somit konnten genau nach Plan um kurz nach 20 Uhr in München landen, wo wir auch gleich die S-Bahn Richtung Heimat erwischten und nun also in der nach unserer Abwesenheit leider viel zu kalten Wohnung angekommen sind.
Die europäische Eiszeit, die wir in den letzten drei Wochen nur aus der Ferne über BBC World verfolgen durften hat uns somit endgültig wieder. Schade, wir hätten gerne noch zwei, drei oder auch vier Wochen drangehängt.



2 Reaktionen zu “Malaysia Teil 5 – Dubai”

  1. Tanja meinte:

    Erstmal – Welcome Home! – habt ihr den Robocoaster auch entdeckt, steht glaube ich in der Mall of the Emirates?
    Und falls Du warme Socken brauchst, meld dich ;-)

  2. Chris meinte:

    Da wir in Dubai ohne Reiseführer unterwegs war ist uns wohl so einiges entgangen. Wird beim nächsten Mal nachgeholt :)



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