Malaysia Teil 2 – Im Regenwald
Gepostet am 4. Januar 2010
Vier Tage sind mittlerweile seit dem Silvestereintrag vergangen und mit unserer Ankunft in den Cameron Highlands sind wir nach der Offline-Phase im Dschungel nun auch wieder für den Rest der Welt per Internet greifbar.
Kurz angerissen, was ist in den letzten Tagen passiert? Nachdem wir in den Silvesterabend mit einem leckeren Essen in einem zentral gelegenen Balkonrestaurant starten durften, ging es dann nach zwei weiteren Drinks gegen 23 Uhr auf in Richtung Petronas Twin Towers wo sich im direkt angrenzenden Park so circa 15.000 überwiegend kleine Asiaten versammelten und dort dem Jahreswechsel zu begegnen. Trotz der Enge ging es dort unheimlich diszipliniert zu, es gab nur ein paar fliegende Verkäufer mit ihren Ständen und absolut keinerlei alkoholischen Getränke. Als um 12 Uhr das durchaus imposante Feuerwerk startete beglückwünschte sich außer uns beiden soweit ich es erkennen konnte keiner, zuprosten war ja sowieso nicht drin, dafür wurden gefühlte 20.000 Handys und Kameras gezückt um das Ereignis digital festzuhalten und dabei gelegentlich “Yeah” zu schreien. Sonstiges allgemeines Feuerwerk Fehlanzeige und so war knappe 10 Minuten später schon alles vorbei und die Massen wanderte friedlich und geordnet von dannen. Das also wahr der Jahreswechsel in Kuala Lumpur.
| Die Petronas Towers kurz vor dem Jahreswechsel |
Am Tag darauf machten wir uns dann schon vor 10 Uhr auf Richtung Taman Negara Nationalpark, wo wir nach knapp dreieinhalbstündiger und problemloser Fahrt auf tadellosen Bundestrassen und Autobahnen im Sackgassenörtchen Kuala Tahan ankamen. Unser gebuchtes Häuschen im Mutiara Taman Negara Resort befindet sich jedoch nicht direkt im Ort sondern bereits im Nationalpark auf der anderen Seite des Tembeling River, so dass uns ein Wassertaxi bei der Überfahrt unterstützte. Rasch wurde eingecheckt, das Chalet bezogen und dann ging es bei sehr feucht-schwülen 30 Grad auch gleich los auf die erste Dschungeltour, auf der wir erst mal ohne Karte in eine Sackgasse (?) irrten und dann genau am Wendepunkt von einem tropischen “Regenschauer” überrascht wurden. Nur zur Erklärung, setzt man die heimische Niederschlagsintensität “Es schüttet wie aus Eimern” auf einer Skala mit einer 10 an, prasselte dort so schätzungsweise eine 18 auf uns nieder, so dass sich binnen Minuten der circa 3 Kilometer lange Rückweg zu einer ordentlichen Schlammpiste durch den Urwald verwandelte. Immerhin, es blieb unverändert angenehm warm, nur halt noch ein “bisschen feuchter”.
Am nächsten Tag blieb es dafür trocken bei unserer großen Tour auf eigene Faust erst zum wenig einladenden Badeplatz Lubok Simpon, den Tabing Hide Unterschlupf, über den Aussichtsgipfel des Bukit Teresek zum leider wegen anhaltendem Regen der Vortage geschlossenen Canopy Walk. Viele matschige Passagen, etliche rutschige Abhänge und massenhaft aufgesammelte Blutegel, die unsere Beine traktierten, hatten wir zu überstehen und kamen trotz gefühlt zu hohem Reisetempo erst nach gut vier Stunden (für die angegebenen neun Kilometer) wieder wohlbehalten und bis auf den letzten Tropfen durchgeschwitzt wieder zurück im Resort an.
| So sehen die Beine nach einer feuchten Dschungeltour aus. Endlich wurden die Blutegel mal wieder gefüttert |
Tja, der Regenwald hat’s wirklich in sich und so ging es am gestrigen Sonntag dann auf die wahre Adventure-Tour, diesmal geführt und nach einem kurzen Bootstrip flussabwärts plus einem knapp 30-minütigem schlammigen Hike zur Höhle “Gua Telinga”, wo Schlangen, Spinnen und tausende Fledermäuse uns dabei zusehen konnten wie wir teilweise auf allen vieren kriechend durch den Fledermausdung robben und uns durch enge Felsspalten quetschen mussten. Definitiv ein Ereignis. Und ein recht schmutziges noch dazu und darum machten wir uns, eingedreckt wie wir nun schon waren, gleich noch auf zum Canopy Walk, einer etwa 250 Meter langen und sehr wackligen Hängebrückenkonstruktion durch die Baumwipfel mit einer maximalen Höhe von bis zu 50 Meter über dem Dschungelgrund. Nette Aussicht, aber leider auch hier rein tiermäßig keine neuen Erkenntnisse und als wir schließlich nach insgesamt rund dreieinhalb Stunden wieder im Resort ankamen schafften wir es gerade noch die Generalreinigung von Klamotten, Schuhen und Körper abzuschließen bevor dort draußen ein Regen der Stärke 22 herunterkam (gemäß oben definierten Skala). Wow, jetzt weiß ich was Regen tatsächlich ist.

Nach den beiden eher actionreichen Vortagen im Dschungel stand der heutige Montag bislang zunächst im Zeichen der eher langwierigen Anreise zu den auf etwa 1.500 Meter hoch gelegenen Cameron Highlands. Fast 400 Kilometer und exakt fünf Stunden brauchten wir für die Fahrt mit unserer angemieteten malayischen Qualitätskarre, einem selbst der weitgereisten Leserschaft sicherlich weitgehend unbekannten Wagen namens “Proton Waja”, der uns aber bislang absolut sicher und zuverlässig durch die dauergrüne Halbinsel mit ihren großartige Landschaften schipperte. Immerhin, trotz anhaltend regnerischem Wetter und den hier oben deutlich kühleren Temperaturen (ca. 20° C), nach einem ersten Rundgang im gebuchten Strawberry Park Resort und einer Erkundung der angrenzenden Ortschaften spricht eigentlich alles dafür, dass es sich die kommenden zwei Tage auch hier oben wunderbar aushalten lassen dürfte.
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