Clearwater plus 1 – Alles gut überstanden
Gepostet am 22. November 2009
Kaum zu glauben, aber nun ist es tatsächlich soweit: aus, vorbei, finito. Das Thema Clearwater 70.3 ist durch und ich stehe nun erst mal vor meiner wohlverdienten Saisonpause inklusive Neuorientierung für 2010. Hier also nun als Abschluss des mehrwöchigen Countdowns der wohl letzte Teil dieser hoffentlich spannenden Serie.
Nach dem Rennen:
Nachdem der letzte Zero-Countdown ja an der Ziellinie endete, nun also noch kurz zum Geschehen nach dem Zieleinlauf. Schon während des Laufes hatte ich über die letzte Runde genügend Zeit mir über mein Rennen Gedanken zu machen und obwohl ich sicherlich irgendwie enttäuscht war, dass meine Beine nicht mehr so schnell laufen wollten, wie es meinem Empfinden nach noch möglich gewesen wäre, mit dem Einlauf in den Zielkanal konnte ich mich dennoch so richtig freuen mein großes Ziel, dort ein gutes Rennen zu machen, tatsächlich erreicht zu haben. Die letzten Sekunden des Rennens wollte ich daher einfach nur genießen und wanderte die letzten Meter eher gemächlich über die Zielline, bevor mir im Zielbereich gleich zahlreiche Helfer beiseite standen und mich sofort mit Handtuch, Wasserflasche und Finishermedaille versorgten. Alles in Ordnung, nur etwas schlapp, und so machte ich mich nach kurzem Durchschnaufen auf den Weg vorbei am gut besuchten Medical Tent zum recht schwer zu findenden und circa 500 Meter entfernten “Athlete’s Food”. Auf dem Expo-Gelände hatten das wohl die wenigsten erwartet.

Ich staunte nicht schlecht, als ich bei der Verpflegungsstelle ankam. Kaum was los dort, dafür war das Speisenangebot für den deutschen Triathlonmagen durchaus etwas ungewöhnlich. Etwas Obst, ein paar Cookies, aber stapelweise gut fettige und ordentlich dicke American Pizza.
Ich blieb dann doch bescheiden und schnappte mir daher dann doch lieber ein paar Kekse, ein halbe Banane und eine Flasche hammersüße Gatorade-Plörre. Besser so, denn mit Magenproblemen nach dem Rennen habe ich aus meiner Anfängerzeit, als ich mich noch voller Lust auf Kohlenhydrate über die Finisher-Buffets hermachte, durchaus die ein oder andere Erfahrung.
Wieder gestärkt und komischerweise gar nicht so kaputt wie eigentlich zu erwarten wäre, schaute ich mir noch ein bißchen das Treiben dort an, ehe ich mich wieder auf den kurzen Weg in Hotelzimmer machte wo die erfrischende Dusche auf mich wartete und ich mich endlich in “normale” sommerliche Florida-Klamotten (T-Shirt, Shorts, Schlappen) werfen konnte ehe es bei dem samstäglichen Traumwetter wieder zurück zum Bike-Check-Out ging, der, wie eigentlich alles bei diesem Event, gut organisiert und daher reibungslos und innerhalb weniger Minuten über die Bühne lief. So muss das laufen, liebe Veranstalter!
Wieder zurück im Zimmer galt es dann gleich das gute Stück wieder ordentlich gut einzupacken und im geliehenen Bike-Koffer zu verstauen, TNX to Frank nochmals, denn am die Abendplanung für den letzten ganzen Florida-Tag sah schon ein straffes Programm vor. Um 17.30 Uhr ging es also erst mal mit der kompletten Hannes-Reisegruppe zur Awards Banquet an den wunderschönen Strand im Sand Key Park, diesmal auch mit deutlich angenehmeren Temperaturen als beim Welcome Dinner am Donnerstag, wo es ein leckeres Dinner mit Fisch, Huhn, Reis, Gemüse und Salat auf alle Teilnehmer wartete. Nach einigen wieder mal sehr pathetischen Reden und der obligatorischen Nationalhymne wurden etwas lieblos, dafür aber recht flott, die Siegerehrungen aller AK-Gruppen durchgeführt und die jeweils fünf besten jeder Kategorie auf die Bühne geholt, die dort ihre Trophäen abholen durften. Gegen 20 Uhr wurde dann die Veranstaltung mit einem ordentlichen Feuerwerk offiziell beendet und für die Reisegruppe weiter ging es gleich im Anschluss daran direkt weiter zur HHT-Abschluss-Party ins Britt’s, wo mit DJ und einigen Coronas noch auf die überwiegend erfolgreichen Rennen der fast ausschließlich deutschsprachigen Starter aus der Reisegruppe angestoßen wurde.
Rückreise:
Die Koffer waren ja schon am Vortag gepackt und so gönnten mein Vater und ich uns vor dem Flughafentransfer um 11 Uhr noch ein ordentliches Frühstücksomlett bei herrlichem Sonnenschein bevor es wieder Richtung Heimat ging. Nach anfänglichen Problemen und Verzögerungen beim Check-in, die Schalterangestellten dort hatten wohl die Zeitlupe erfunden waren offensichtlich mit acht Radkoffern auf einen Schlag deutlich überfordert, lief der Rest der Rückreise absolut reibungslos. Pünktlich los in Tampa Bay, ausreichende zwei Stunden zum Umsteigen in Washington und auch dort ging es dann toppünktlich über den großen Teich nach München, so dass wir dort schon um 7.15 Uhr bei schönem Novemberregenwetter landen konnten. Mittlerweile routiniert auf der Langstrecke, konnte ich auf der Rückreise unter Mithilfe von zwei leichten Schlaftabletten vom Ende des Abendessen bis kurz vor die Landung ein paar Stündchen schlafen und damit schon mal die Voraussetzung schaffen für eine gute Verarbeitung der Zeitverschiebung.
Passenderweise kamen auch die Koffer pünktlich, wohlbehalten und vollständig vom Band und auch der Abholservice von Babsi passte wunderbar, so dass ich tatsächlich schon um 8.45 Uhr wieder zu Hause war. Zwar etwas schlapp, aber dennoch absolut erfreut darüber den ganzen Weg vom Hotel bis nach Hause mit allem Pipapo und nahezu ohne Stress in guten 16 Stunden zurückgelegt zu haben. Allein die Vorstellung, was passieren würde ein solches Vorhaben mit der DrecksBahn anzugehen lässt mich das Ganze gleich noch viel positiver sehen.
Die Woche:
Unspektakulär aber heftig ging es durch die Arbeitswoche. Nach dem Auspacken am Montag machte ich mich schon mal daran die wichtigsten Mails von meiner einwöchigen Abwesenheit durchzugehen und die wesentlichen Protokolle nachzulesen, denn das Programm der Arbeitswoche, die ich ab Dienstag wieder im Büro verbrachte, gestaltete sich recht knackig. Mit dem Stau einer Abwesenheitswoche platzte mein Terminkalender aus allen Nähten, so dass ich am Ende für diese Arbeitswoche rund 60 Stunden stehen habe und einfach nur froh war als ich am Freitag Abend beim Pasta-Essen am Essenstisch saß. Müßig zu erwähnen, dass außer Arbeit, ein bisschen Schlaf und abendliches Couchlesen nicht viel auf dem Programm stand
Das weitere:
Zeit wird’s, endlich Trainingspause. Klar, diese Woche wäre sowieso so gut wie nichts drin gewesen, immerhin bin ich bei den eher frühlingshaften Temperaturen schön mit dem Rad ins Büro gefahren, aber schon rein mental ist es nun definitiv Zeit ohne Trainingsdruck und -ziel einfach mal locker zu lassen. Aus diesem Grund schwang ich mich am Sonntag nach langer Zeit mal wieder auf eine lockere Rennradrunde über Deining, Wolfratshausen und Aufkirchen und konnte es so richtig genießen. Für weitere zwei bis drei Wochen werde ich mich nun sicherlich noch derart hängen lassen und die Zeit genießen. Die Schwimmerei mit dem SCW werde ich mir, sofern es zeitlich machbar ist, wohl nicht nehmen lassen und wenn das Wetter passt, werde ich mich sicher auch gerne nochmals auf’s Rennrad oder Mountainbike setzen. Das Ganze aber ganz sicher ohne irgend ein Trainingsziel oder einen anderen Leistungshintergrund. Sehr langweilig. Aber herrlich.
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