In Touch with Clearwater – Tag 5
Gepostet am 13. November 2009
Es ist soweit, nach nun mittlerweile rund 13 Monaten Vorbereitung mit zahlreichen Kilometern in den Beinen geht es morgen früh nun endlich los. Zeit wird es. Bevor es nun also gleich zu Bett geht und der Wecker morgen Früh um 5 Uhr klingelt, hier noch kurz die Ereignisse des letzten Tages vor meinem letzten Rennen des Jahres.
Aufstehen, Frühstück, Nicht-Schwimmen – alles wie gehabt. Zwar zeigte dich heute das Meer etwas ruhiger als die letzten beiden Tage, auf ein sinnloses Geplantsche hatte ich dann aber doch keine Lust und dokumentierte statt dessen die HHT-Meute beim letzten Schimmtest vor dem Rennen. Somit komme ich als direkte Vorbereitung auf das morgige Schwimmen genau auf 20 Minuten Salzwasser-Wellenbad vom Dienstag. Eigentlich zu wenig, ich weiß, aber mehr wollte ich mir in dieser Waschtrommel einfach nicht zumuten. Wird schon alles gutgehen.
Dass überhaupt geschwommen wird grenzt eigentlich überhaupt dem glücklichen Zufall der Lage dieses Ortes. Kurzfristig wurde heute von den Organisatoren entschieden das Schwimmen in die Clearwater Harbour Bay zu verlegen, wo im geschützten Bereich mit sehr ruhigem Wasser zu rechnen ist. Irgendwie schade, die Originalstrecke den Ozean hinaus hatte schon was, so aber wird der Modus für uns AK-Athleten ein sehr interessanter werden. Aufgrund des mangelnden Platzes (in der Breite) geht es im “Time Trail”-Verfahren natürlich mit der individuellen Nettozeit einzeln hinaus auf die neue Strecke.
Da das Ganze nun “nur” auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt bleibt der Rest des Rennens unverändert. Inwieweit das Ganze funktionieren wird und ob dies einen Vor- oder Nachteil für mich darstellen wird, kann ich nicht wirklich beurteilen. Die Bedingungen sind am Ende für alle die gleichen, diese Regelung, die angeblich so noch nie bei einem Ironman-Rennen so eingesetzt wurde, verhindert aber zumindest schon mal die übliche Startprügelei. Da am Ende doch die Sicherheit vorgeht, denke ich es spricht für die Organisatoren, in so kurzer Zeit eine solche Ausweichlösung geschaffen zu haben. Auch wenn der Erste einer AK am Ende nicht auch der Sieger sein muss und ich im Schwimmen sicher nicht meine Stärke sehe, besser so als einen Duathlon als Ersatz. Ich reise doch nicht um die halbe Welt um am Ende keinen Triathlon zu machen.
Weiter mit dem Rest vom Tag: Nachdem um 11 Uhr nach tagelangem Warten dann tatsächlich noch strahlender Sonnenschein zum Vorschein kam, nutzte ich nach einem kurzen Mittagssnack den letzten Erholungstag noch für lockere zwei Stunden auf der einigermaßen windgeschützten Sonnenliege am Pool um zumindest die blasse Gesichtsfarbe noch etwas aufzubessern.
Gegen 15 Uhr machte ich mich dann auf in die Wechselzone zur Rad- und Kleiderabgabe, wo alles so herrlich unkompliziert von statten ging, dass nicht mal das Rad und der Helm überprüft wurden. Anyway, so war das ganze Prozedere immerhin in rund 10 Minuten erledigt, ich bin sicher, dass mein Material diesmal in Ordnung ist und so konnte ich gleich noch einen kurzen Strandspaziergang anschließen, ehe um 17 Uhr der wirklich letzte Termin dieses Tages anstand, die Hannes-Hawaii-Tours-Pasta-Party im Hilton Hotel. Alle Hannes-Reisenden kamen hier nochmals bei leckeren Pastavariationen und Salat zusammen um nochmals richtig reinzuhauen und anschließend eine kurze Wettkampf- und Organisationsbesprechung abzuhalten. Tja, somit bin ich nun auch in Sachen Carbo-Loading optimal für morgen vorbereitet, was kann jetzt noch schief gehen?
Jetzt gleich werde ich noch versuchen etwa sechs bis sieben Stunden zu schlafen, nachdem die Nervosität noch immer nicht so recht da ist sollte das wohl auch zu schaffen sein. Auch wenn die letzten Tage in Sachen spezifischer Wettkampfvorbereitung vielleicht hätten besser laufen können, ich denke ich bin auf dieses Rennen so gut vorbereitet wie noch nie und werde versuchen dort mit Startnummer 836 mein bestmögliches Rennen zu bestreiten. Ob es zu einer Renntaktik kommen wird lasse ich mal noch bewusst offen. Sollte es sich ergeben werde ich sicher versuchen von Anfang an mit 98 Prozent zu fahren um einen (vielleicht zu) guten Radsplit hinzulegen. Wenn es aufgrund der Strecke schwierig wird voll zu attackieren, ist es gut möglich, dass es mein Ziel werden könnte, möglichst frisch in die neuen Laufschuhe zu kommen und dort an meine Halbmarathon-Bestzeit ranzukommen.
Zeiten und Platzierungen spielen aber für mich bei diesem Renne absolut keine Rolle. Ich starte hier allein für mich, versuche dort den perfekten Tag zu haben um damit von Start bis zum Ziel mein bestmögliches Rennen hinzulegen. Wenn die Konkurrenz zu stark oder die Bedingungen doch nicht so leicht sind, dann wäre ich sicher auch mit einem sonst für mich enttäuschenden Ergebnis zufrieden. Ich will nur für mich wissen, das bestmögliche aus diesem Tag gemacht zu haben. Das ist auch der wesentliche Grund warum ich mich nach dem verpatzen Rennen in Wiesbaden doch dafür entschieden habe hier an den Start gehen zu wollen. Für mich ist das hier ganz allein mein Rennen, das wollte ich haben, hier wollte ich hin, darauf habe ich mich fokussiert vorbereitet und wann werde ich denn wieder einmal die Gelegenheit haben wieder bei einer Weltmeisterschaft anzutreten.
P.S.: Ach ja, da war doch noch was um kurz vor 12 Uhr Mittags …
Mit den irren Anfeuerungsgrüßen des Heimat-Fanclub, überliefert von einer engagierten Cheerleaderin, kann doch eigentlich wirklich nicht mehr schief gehen. Oder?
Wirklich allerbesten Dank gleich mal auf diesem Wege an alle, die an dieser Aktion beteiligt waren, ich denke da muss und werde ich gerne zu Hause dann sicher noch was springen lassen. Geile Aktion!
Besten Dank auch an alle anderen Wünsche, ob per E-Mail, Kommentare hier, Facebook oder SMS. Schön zu wissen, dass es ein paar Fans gibt, die an mich gedacht haben. Ihr alle könnt morgen Mittag Eurer Zeit unter ironman.com das Rennen im Ticker, im Athlete Tracker und per Video verfolgen.
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16. November 2009 um 15:31 Uhr
[...] hätte man an diesem Tag schwimmen können, da aber zur Sicherheit der Teilnehmer der Schwimmstart schon am Vortag vom offenen Meer in den Hafen verlegt wurde, beginnt man schon um 6.30 Uhr die Aufstellung für den Einzelstart am Bootspier vorzunehmen. [...]