Schneller Zweiter
Gepostet am 22. Mai 2009
Gestern war es endlich soweit, Triathlon-Auftakt in der Saison 2009. Aufgrund akuter Wettkampflust bei zugleich fehlender Möglichkeit diese adäquat auszuleben trafen sich am gestrigen Vatertag elf wackere Online-Triathleten bzw. Wettkämpfer zum ersten “triathlon.de Fori Triathlon“. Eine reine Trainings- und Spaßveranstaltung natürlich, aber dennoch war, wie sollte es auch anders sein, jeder mit vollstem Einsatz und natürlich auch dem bestmöglichen Material am Start.
Schon früh am Morgen sollte es losgehen um am Wettkampfort, der Ruderregattastrecke im Norden Münchens, eine möglichst leere und damit sichere Strecke vorfinden zu können. Knapp 500 Meter Schwimmen im angrenzenden Badesee (der so genannte Regattaparksee), 20 Kilometer Radfahren (4 Runden rund um das Ruderbecken) und 5 Kilometer Laufen (nur noch ein Mal rum ums Becken) galt es zu bewältigen, somit ein klassisches Rennen über die Sprintdistanz. Nicht nur aus meiner Sicht ein idealer Ort für den Saisonstart und als harte Trainingseinheit zwischendurch immer sinnvoll.
Nach etwas schleppender Vorbereitung und dem Aufbau der Wechselzone wo diverse Carbon-Preziosen äußerst sorgfältig auf Decken abgelegt wurde, machte man sich dann fast einstündiger Verspätung und gut eingepackt in die Gummihäute auf zum südlichen Ende des Badesees. Einmal sollte der Tümpel durchquert werden und vom Schwimmausstieg musste dann ein ca. 200 Meter langer Run zur Wechselzone zurückgelegt werden. Nach etwas Fußmarsch und kurzem nass machen im durchaus angenehm temperierten See fiel, während ich noch versuchte meine Uhr startklar zu machen, auch schon der leicht zu überhörende Startschuss durch Rennleiter Ralph: “Na dann los!”. Die anderen taten’s, ich nicht. Erst musste noch die Uhr gestartet und der Neo gerichtet werden. Schon auf den ersten Metern verlor sich ich dadurch den Kontakt zu den sowieso schnelleren Schwimmern, und das obwohl ich doch gehofft hatte irgendwie und mit hartem Kampf solange wie möglich im Wasserschatten dran zu bleiben. Allein auf mich gestellt vom ersten Meter kämpfte ich mich ca. 30 Sekunden hinter dem dicht gepackten fünf Mann starken Hauptfeld aus dem Wasser. 6:40 Min zeigte meine Uhr als wieder Boden unter den Füßen hatte. Leicht benommen aber nicht unzufrieden taumelte ich aus dem Wasser, die Konkurrenz war noch in Sichtweite, jetzt konnte die Jagd beginnen.
Hier mal eben der Streckenplan, als reine Schwimmstrecke würde ich mal 420 Meter ansetzen. Von daher für mich eine ordentliche Zeit, sicherlich auch begünstigt durch meinen neuen gebrauchten Neo:
Dass insbesondere beim Sprint-Triathlon die Wechsel eine große Rolle spielen konnte ich dann eindrucksvoll beim Wechsel aus das Rad unter Beweis stellen. Trotz durchaus spürbaren Rückstand nach dem Schwimmen pellte ich mich schnell aus dem Gummianzug und schaffte schon in der Wechselzone einen Konkurrenten zu überholen, auf den ersten 500 Radmetern schnappte ich mir die nächsten zwei. Vier mal galt es nun also die rechteckige Strecke rund um das Regattabecken zu umfahren und nach den ersten Überholmanövern lag ich gleich zu Beginn des Radteils auf Platz 3 mit spürbaren Kontakt zum hawaiileibäugelnden Dreisportler auf Platz 2.

Auch wenn die Radstrecke auf den ersten Blick sehr einfach erscheint, der schmale Weg mit einigen Ausflüglern (Inliner, Fahrrad, Jogger), die insgesamt 16 scharfen 90-Grad-Kurven und der leichte Gegenwind auf der Gegengerade machten die Strecke letztendlich doch doch etwas härter als erwartet.
Nach einer etwas zögerlichen, aber konstanten Verkürzung des Abstandes hatte ich in Runde 3 den Dreisportler vor mir endlich gestellt. Für etwa 500 Meter fuhr ich noch etwa 10 Meter hinter im her (natürlich regelkonform mit ausreichendem Abstand) ehe ich ihn auf der Gegengerade mit guten 50 Sachen überholen und dabei demoralisiert abschütteln wollte. Schnell konnte ich meinen Vorsprung auf rund 50 Meter ausbauen, doch der zähe Kerl schaffte es in Runde 4 tatsächlich zurückzukontern. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen, blies in der Schlussrunde nochmals zum Angriff, überholte nochmals zurück, versuchte das Tempo diesmal hoch zu halten und schaffte es damit auf den letzten zwei Kilometern letztlich doch auf Gesamtrang zwei und mit ca. 10 Sekunden Vorsprung vom Rad zu steigen. Die Durchschnittsanzeige im Tacho zeigte später 39,3 km/h, auch damit kann man leben. Ganz gut sogar.
Bei der extrem gut einsehbaren Strecke war mir in diesem Moment aber schon klar, dass der in Führung liegende Illo zu diesem Zeitpunkt leider schon zu weit enteilt war um mit einer realistischen Chance nochmal ranzukommen. So galt es für den abschließenden Lauf eigentlich nur noch den Platz nach hinten zu verteidigen und eine passable Laufzeit auf den Asphalt zu zaubern, denn immerhin hatte mich der verfolgende Dreisportler vor rund acht Wochen beim 10k-Testrun noch knapp stehen lassen.
Wiederum konnte ich beim Wechsel ein paar Sekunden gut machen und trotz fehlender Wettkampfsituation (keine einzuholende Konkurrenz in Reichweite) schaffte ich doch überraschend gut das Tempo hoch zu halten und damit meinen Vorsprung noch etwas auszubauen. Am Ende lief ich auf einem ungefährdeten zweiten Platz ein und war selbst überrascht, dass ich den Laufteil in selbst gestoppten, aber sicher total exakten, 18:57 Minuten absolvieren konnte. Sub-4er-Schnitt ohne dabei ans Limit gehen zu müssen (oder eher können), das kann mal durchaus mal als gute Ausgangsbasis für die kommenden Aufgaben hernehmen.
Fünfmal im Kreis, schon war’s vorbei:
In der offiziellen Ergebnisliste bin ich mit einer flotten Zeit von 57:57 Minuten auf Platz 2 ausgewiesen, die virtuelle AK30+ konnte ich gewinnen. Beim genaueren Blick auf das Teilnehmerfeld ein fast schon überraschend gutes Ergebnis. Im Gegensatz zum mir haben oder hatten dort schon einige der Jungs Zeiten deutlich unter 10 Stunden auf der Langdistanz in den Beinen und auch was Trainingsstunden und -einsatz machen die Allermeisten sicherlich mehr als ich. Aber wie schon beim Sieg des Bergzeitfahren gilt: Pech für die anderen, dass die Strecke so kurz war und mir entgegen kommt – für eine Stunde reicht der Akku noch. Die simple, aber absolut positive Erkenntnis nach diesem Wettkampfauftakt 2009. Jetzt gilt es allmählich das Tempo zu halten und die Streckenlängen zu steigern.

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23. Mai 2009 um 10:49 Uhr
Gratulation zum Stockerlplatz! Vielleicht hätte der Hund auf der Laufstrecke noch bisschen Druck von hinten machen können
Wo sind die Xentis geblieben?
23. Mai 2009 um 11:01 Uhr
[...] meisten haben ihren Auftakt in die Triathlon-Wettkampfsaison 2009 schon hinter sich gebracht oder er steht [...]
23. Mai 2009 um 13:41 Uhr
Die Xentis sind mittlerweile weggepimpt
24. Mai 2009 um 00:07 Uhr
Was sind das jetzt für Laufräder?
24. Mai 2009 um 02:45 Uhr
Alles Details hier: http://www.blogcha.de/?p=1639