Gepostet am
30. August 2010
Kackwetter mit Weltuntergangsregen für’s heimische Wochenende? Lieber nicht, dachten sich André, Babsi und ich und so machten wir uns kurzerhand auf ins sonnige(re) Südtirol um dort die Gunst acht auto- und motosportfreier Stunden zu nutzen und im Rahmen des Stelvio Bike Day den fast schon legendären Anstieg zum 2.757 Meter hohen Stilfser Joch (die Königin unter den Anstiegen in puncto Kondition und Landschaft) auf dem Rad zu erklimmen. Zwar galt es dazu mal wieder um 6 Uhr aufzustehen und sich mit den Rennern im Gepäck ins Auto zu zwängen, gelohnt hat sich diese Aktion aber auf jeden Fall, insbesondere nachdem wir den Sonntag auch noch dranhängen durften.
Obwohl wir bei rund 7.000 Leute nicht die einzigen waren, die den Berg in Angriff nehmen wollten, fanden wir gleich einen Parkplatz am Startort in Prad am Stilfserjoch, packten rasch die Räder aus und schoben noch ordentlich Verpflegung nach, so dass wir uns schließlich kurz nach 11 Uhr endlich auf den Sattel schwingen konnten. Unten im Tal kämpfte die Sonne noch gegen einige graue Wolken, aber bei Temperaturen von 19 Grad konnte man sich zumindest für die Bergaufpassage problemlos in Kombination kurz-kurz auf den Weg machen. Quasi zum Warmfahren legten wir die ersten 9 Kilometer bis Trafoi (bei rund 600 Höhenmeter) in knapp 44 Minuten noch gemeinsam zurück und merkten dabei schon früh, dass dieser Samstag ein Tag auf der Überholspur werden sollte. Nach einem letzten Pinkelstopp hieß es dann für mich “Feuer frei” und auch wenn es gerne ein paar Grad wärmer hätte sein dürfen, zu meiner Freude hatte ich an diesem Tag richtig gute Beine und kam daher auf jeden Fall gut ins Schwitzen. Kehre um Kehre ging es stetig nach oben und trotz des sicher nicht gerade leichten Höhenprofils und einer immer wieder etwas zu vollen Strecke machte es durchwegs Spaß stetig nach oben zu klettern und die nummerierten Kehren herunterzuzählen. In guten 67 Minuten legte ich schließlich die letzten 14 Kilometer und 1275 Höhenmeter zurück und fuhr dabei grob geschätzt an circa 1.000 bis 1.300 Mitfahrern vorbei (ohne Gegenüberholung), ein wirklich cooles Gefühl den Berg in dieser Art hochzuklettern und das obwohl das Wetter auf den letzten Kilometern (leichter Nieselregen und 6 Grad) nicht mehr allzu gemütlich war. Oben angekommen legte ich daher erst mal die Windjacke an um mich gleich wieder hinab zu meinen Mitfahrern zu begeben, die sich schließlich auch bravurös in einer guten (Netto-)Gesamtzeit von unter 2:30 Std nach oben kämpften. Immerhin 250 Extrameter konnte ich damit noch auf’s Höhenmeterkonto fahren.

Oben wimmelte es nur so von Leute und angesichts der frischen Temperaturen gönnten wir uns dann erst mal eine kurze Aufwärmrunde bei Cola, Tee und Cappuccino ehe es dann über eine frische aber wunderschöne Abfahrt über den ebenfalls abgesperrten Umbrailpass hinunter ins schweizerische Val Müstair und weiter zurück nach Prad ging. Eine echte Highlight-Tour und definitiv ein MUSS für jeden ambitionierten Radfahrer. Ich hoffe dies war nicht mein letzter Ausflug in diese Region.
Zahlreiche Bilder, die in der Gesamtheit einen sehr sehr guten Eindruck über Bedingungen und Wetter dieses absolut lohnenswerten Events geben finden sich in der umfangreichen Stelvio Picasa Galerie, wo ich mich sogar in der Rückansicht finden konnte.
Wie schon oben erwähnt wollten wir den Trip nach Italien nicht nur auf einen Tag beschränken und schlugen daher unser Quartier in Tscherms in der Nähe von Meran auf. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 24 Grad konnten wir so am Sonntag noch eine wunderschöne Tour entlang der Etsch, durch Eppan, über den Mendelpass und den Gampenpass unter die Räder nehmen und konnten dabei einige herrliche Ausblicke über das Etschtal und Nonstal genießen. Absolutes Highlight dieser Tour war aber ganz sicher die Abfahrt vom Sattel des Gampenpass hinunter nach Lana, wo wir es über 19 Kilometer und 1.196 Höhenmeter nahezu ohne “störende” Kurven so richtig laufen lassen konnten. Am liebsten wären wir gleich noch mal hochgeradelt.
Zwei wirklich herrliche Touren bei insgesamt schönem Spätsommerwetter. Und dann noch auf dem Rennrad. Bitte mehr davon!
Ich hoffe mal wir können ein ähnlich schönes Wochenende noch irgendwann im September wiederholen, die Wettervorhersage für Meran bleibt auf jeden Fall auf meinem Radar.
Kategorie(n): Biking |
Bislang noch keine Reaktionen »
Verwendete Tags: Bikeday, Höhenmeter, Mendelpass, Meran, Pässe, Rennrad, Stelvio, Stilfser Joch, Südtirol, Urlaub
Gepostet am
22. August 2010
Samstag, 21. August, 12 Uhr. Mein letzter Triathlon-Wettkampf der Saison 2010 ist erfolgreich beendet. Beim 3MUC Volkstriathlon an der Ruderregatta-Strecke in Oberschleißheim lief ich letztlich auf dem guten Platz 5 (gesamt) über die Ziellinie und konnte damit noch den Sieg in der Altersklassenwertung M35 abräumen. Ein Ergebnis, das sich angesichts der Teilnehmerzahl (mehr als 220 bei den Herren) und einigen doch ganz guten Jungs am Start, trotz der eher breitensportorientierten Veranstaltung absolut sehen lassen kann.
Suboptimal vorbereitet, am Tag zuvor legten Babsi und ich noch eine knackige Kraftausdauereinheit auf dem MTB ein und eroberten in Rekordtempo den Gipfel des Pendling, machte ich mich am Samstag schon kurz vor 8 Uhr auf nach Oberschleißheim. Da ich mich mit einem Start bei dieser Veranstaltung nicht vorher festlegen wollte, galt es rechtzeitig dran zu sein um noch einen Startplatz als Nachmelder zu bekommen und ich letztlich mit Startnummer 1496 gerade noch ins Startfeld rutschen konnte.
Mit 400 Meter Schwimmen im 16 Grad kalten Regattabecken, 20 km Radfahren (vier Runden rund um die Regattastrecke) und 5 km Laufen (zwei Runde über das Parkplatzgelände), war die Strecke im Vergleich zur Vorwoche sicherlich alles andere als reizvoll, dafür aber sehr kompakt und zumindest auf dem Rad dank 0,0 Höhenmetern, Windstelle und genau 16 zu fahrenden 90-Grad-Kurven richtig schnell.
Gestartet wurde dieses Rennen um 10 Uhr und in zwei Startgruppen, die rein alphabetisch geteilt wurden. Alle Nachmelder, also auch ich, wurden jedoch in die zweite Startgruppe verbannt und so ging ich erst mit dem Abstand von einer Stunde um punkt 11 Uhr ins Wasser. Aufgrund der doch sehr frischen Wassertemperaturen ging ich schließlich doch mit wärmenden Neoprenanzug auf die Schwimmstrecke. Logisch, dass bei dieser Distanz vom ersten Meter weg voll geschwommen wurde und nachdem die erste Boje schon nach 200 Metern zu umschwimmen war, entwickelte sich durch das zunächst über 40 Meter breit aufgestellte Feld dann doch die ein oder andere Rangelei, die ich aber trotz Kopftreffer ohne bleibende Schäden überstehen konnte. Nach wieder mal selbst gestoppten 7:15 Minuten entkletterte ich über den eigentlich für die Ruderer gedachten Bootssteg dem kalten nass, lag dabei aber nicht allzu schlecht. Ein paar Meter länger als die 400 Meter sollte die Schwimmstrecke auf jeden Fall gewesen sein und unter Berücksichtigung des ca. 200 Meter langen Laufs in die Wechselzone geht meine offizielle Schwimmzeit mit einer 8:05 Min in die Wertung.
Während ich zuletzt beim Wechsel stets Plätze gut machen konnte, passte bei Wechsel Nummer 1 ziemlich viel nicht. Erst fummelte ich ewig im Geherr mit Aerohelm, Brille und Kinnriemen, so dass ich drei Versuche brauche meinen Helm richtig auf den Kopf zu bekommen, dann klebte sich auch noch der abgelegte Neo an den Klettverschluss des bereits eingeklickten rechten Radschuhs, so dass ich beim Loslaufen mit dem Rad erst mal einige Meter den Neo hinter mir her schleifte und daher leider nochmals kurz kehrt machen musste. So in etwas auf Platz 12 meiner Startgruppe ging ich auf die Radstrecke, wo es an diesem Tag kein Erbarmen gab. Vom ersten Meter weg versuchte ich das Tempo stets spürbar über 40 km/h zu halten und so hatte ich schon zu Beginn der zweiten Radrunde sieben Konkurrenten überholt, ehe die Radstrecke durch die nun erst auf dem Rad sitzenden Wettkämpfer plötzlich recht voll wurde. Kopf runter und durchdrücken war die Devise, ich war nur noch am überholen und schnappte mir dabei kurz vor Ende der vierten Runde noch ein paar vor mir liegende Jungs, so dass ich letztlich zu meiner eigenen Überraschung auf Platz 2 in den Wechselbereich einfuhr, den ich nach raschem und nun auch wieder problemfrei verlaufenden Wechsel in die Laufschuhe auch auf diesem Rang verlassen konnte. Endlich mal ein richtiges Brett auf dem Rad: Drittbeste Radzeit (inkl. beider Wechsel) mit 30:20 Min
Leider ging ich nur mit wenigen Metern Vorsprung auf die abschließende Laufstrecke, die am Ende gemäß Fremdauskunft um die 5,5 Kilometer (GPS-Fremdmessung) betragen sollte. Schon nach 700 Metern wurde ich vom ersten Verfolger, bei Kilometer 1,8 dann auch noch von Verfolger 2 überholt und musste angesichts meiner auf dem Rad zerstörten Beine feststellen, dass ich zu diesem Zeitpunkt definitiv nichts mehr nachzulegen hatte. Von hinten drohte keine Gefahr mehr, Platz 4 konnte ich gut behaupten, doch für die Schlussrunde galt es nun noch gegen die virtuelle Konkurrenz der ersten Startgruppe zu bestehen. Trotz einer nicht gerade schnellen Laufzeit von 21:15 Minuten reichte meine Gesamtzeit von 59:42 Min am Ende zu einem mehr als ordentlichen 5. Platz und damit mit schlappen 18 Sekunden Vorsprung auch noch zum knappen Sieg in der Alterklassenwertung. Wow, damit hätte ich vor dem Start nicht wirklich gerechnet.
Fazit: Nach Platz 12 am Auerberg nun zum Abschluss der Saison mit Platz 5 (von 217 Männern im Ziel) noch ein schönes Ergebnis über die Sprintdistanz, das noch dazu in der Wertung des triathlon.de Fori-Tri 2010 durch einen (angesichts starker Konkurrenz) hervorragenden 2. Platz gekrönt wurde. Ganz besonders freut mich dabei die gezeigte Performance auf dem Rad wo ich mit Platz 3 nur wenige Sekunden auf den definitiv nicht auf meinem (Low-)Level startenden Philipp Peter (Bundesliga-Starter, klarer Sieger Fori-Tri, knallte mir bei den Sprints in Planegg und beim Stadt-Triathlon auf fast identischem Streckenprofil jeweils eine gute Minute drauf) verlor. Und das fast ohne spezifischen kurzes und hartes Zeitfahrtraining. Toll.
Auch wenn die Strecken jeweils etwas länger als gegeben gewesen sein dürften und daher die Zeit nur bedingt Aussagekraft haben, beim Schwimmen war ich diesmal, im Quervergleich gemessen, mit wenigen Sekunden Rückstand ganz gut dabei, jedoch beim abschließenden Lauf kam ich leider wie schon zuletzt nicht ganz an meine Erwartungen heran. An das Gefühl beim Lauf noch überholt zu werden ist mir irgendwie noch fremd, vor allem wenn ich nicht einschätzen kann ich welchem Tempo ich wirklich unterwegs bin. Andererseits, wenn ich aber auch in Zukunft weiterhin gut platziert vom Rad steigen kann, muss ich mich zwangsläufig wohl daran gewöhnen. Wirkliche Probleme sehen ganz sicher anders aus
Kategorie(n): Triathlon |
Bislang noch keine Reaktionen »
Verwendete Tags: 3MUC, AK-Sieg, Sprint, Sprintdistanz, Triathlon, Volksdistanz, Wettkampf
Gepostet am
15. August 2010
Schande auf mein Haupt, seit Erding sind hier nicht mal mehr die Wettkampfberichte in gewohnt ausführlicher Form eingestellt worden, ich hoffe aber daher um so mehr, dass sich nach den eher mauen Wochen nun die gierigen Stamm-Leser auf diesen endlich wieder etwas längeren Beitrag stürzen werden. Zum Radpart in der Roth-Staffel hatte ich ja schon meine Unzufriedenheit in Kurzform kundgetan, da wäre klar mehr drin gewesen, aber mein erfolgreiches Rennen am Auerberg, habe ich, nachdem in den Tagen nach dem Wettkampf einfach keine Stunde Zeit fand und ich nichts davon halte das arg verspätet noch separat nachzuliefern, bislang (fast) komplett verschwiegen.
Umso besser, also, dass es nun, nachdem ich am gestrigen Samstag mal wieder international starten durfte, endlich wieder ein vollständiger Bericht zum Triathlon im schönen Kitzbühel, praktischerweise gleich auch noch ergänzt um eine kurz gehaltene Nachlieferung vom Auerberg.
Nach den zuletzt heißen Triathlon-Wochen in Frankfurt, Roth, Zürich, Klagenfurt, Regensburg, Hamburg und London stand an diesem Wochenende das eher beschauliche Kitzbühel im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wo wie schon in den Vorjahren die Stars der ITU-Szene ein packendes Rennen im Kampf um die WM-Krone lieferten. Im Rahmen dieses Wochenendes fanden, analog zu Hamburg, zudem auch die Jedermann-Rennen über Sprint- und Kurzdistanz, sowie die Polizei-Europameisterschaften statt. Für mich daher ein passender Anlass die paar Kilometer nach Österreich zu fahren um dort auch 2010 zumindest einen Auftritt auf internationalen Triathlonparkett bestreiten zu können, in der Hoffnung dort a) einiges für’s horrende Startgeld geboten zu bekommen und b) endlich mal live vor Ort ein Rennen der ITU-Stars Frodeno, Gomez und Brownlee zu verfolgen.
Die schlechte Nachricht zuallererst, Start des Rennens über die Kurzdistanz: 8 Uhr. Mit Frühstück, Anfahrt und Vorbereitung ergibt sich damit ein Weckerklingeln um 4.28 Uhr, zum rechtzeitig vor 7 Uhr noch Registrierung, Parken und Wechselzonen-Check-in erledigen zu können. Keine Frage, da muss man schon ein Rad abhaben um so etwas an einem zunächst eher trüben Samstag im August freiwillig zu machen. Um’s gleich vorweg zu nehmen: gelohnt hat sich’s am Ende ganz sicher.
Ab zum Renngeschehen: Bei noch bedecktem Himmel und Temperaturen von ca. 17 Grad fiel der Startschuss der mir zugeteilten Startgruppe erst um 8.15 Uhr. Zum ersten Mal gab es weder Land- noch Wasserstart, statt dessen wurde analog den Weltcup-Startern per Hechtsprung vom Ponton gestartet. Aufgrund der Breite des Startfeldes ging es bis zur ersten Boje fast schon zu gesittet zu, leider hatte ich hier noch keine Füße zum hinterher schwimmen in Reichweite, dann jedoch durfte ich auf den nächsten 400 Metern bis zur hinteren Wendemarke sehr mit unangenehmen Mitschwimmern kämpfen, festhalten, Ellenbogenchecks und Fußtritte, das komplette Programm und musste dabei immer wieder ordentliche Wassermengen schlucken. Erst auf dem Rückweg zum Schwimmausstieg ging es wieder “normal” zur Sache, leider konnte ich immer nur wenige Meter im Wasserschatten anderer Schwimmer genießen, denn entweder es ging mir dann doch zu langsam, oder die Jungs scherten im wilden Zickzack-Kurs immer wieder aus. Nach selbst gestoppten und ordentlichen 23:15 Min stieg ich aus dem Wasser des Schwarzsees und machte mich auf in die rund 300 Meter entfernte Wechselzone, so dass meine offizielle Schwimmzeit mit 24:17 Min ausfällt.
Es waren noch nicht allzu viele Räder meiner Startgruppe auf der Strecke und so konnte ich auf der mit 38 km angegebenen, voll gesperrten und überwiegend flachen Radstrecke von Anfang an Druck machen. Mit leichtem Gefälle ging s zunächst mal mit stets über 45 Sachen Richtung Wendepunkt beim berühmten Stanglwirt und schon auf den ersten 8 Kilometern konnte ich einige Plätze gut machen. Zwar war das ganze als zweimal zu fahrende Wendepunktstrecke angelegt, doch für den Rückweg Richtung Schwarzsee hatte der Veranstalter mit dem gut 1,3 Kilometer langen Anstieg zum Astberg einen echten Gradmesser in Programm genommen, der in der Spitze durchaus Steigungen um die 18 Prozent zu bieten hatte. Etwas lang um das ganze Stück in einem Ruck voll durchzudrücken, noch dazu bei besserer Feldwegqualität. In Runde 1 wurde ich hier, also beim Anstieg, noch von drei nach mir gestarteten Teilnehmern der Sprintdistanz überholt, ab dann war es jedoch endlich wieder ein Rennen, wie ich es in den letzten Jahren meistens erleben durfte. Obwohl ich nicht ganz auf Vollgas gestellt hatte, auf dem Rad kam bis zum Einfahrt in T2 keiner mehr an mir vorbei, während ich selbst bei diesem absolut fair geführten Rennen noch in etwas fünf bis sechs Plätze gut machen konnte und somit letztlich mit einem Radsplit von 58:59 Min vom Rad steigen durfte, wo ich in der noch recht leeren Wechselzone aufgrund fehlender Beschilderung meinen Radständer nur mit etwas Umweg finden konnte, was aber dennoch nicht mehr als 15 Sekunden gekostet haben dürfte .
Zum Glück hatte ich mir diesmal ein paar Körner für den Lauf aufgehoben. Wie schon vor zwei Wochen beim Auerberg-Triathlon kam die Laufstrecke fast ohne Flachstücke aus. Zweimal ging es zunächst leicht ansteigend Richtung Kitzbühel, dann auf der Gegenseite der Straße wieder ein Stück des Wegs zurück, ehe es nochmals etwas länger mit rund 7 Prozent hinauf und gleich wieder bergab ging. Hunderte Teilnehmer verschiedener Startgruppen und Streckenlängen befanden sich nun auf der Strecke und mit noch einigermaßen guten Beinen konnte ich zunächst, sofern ich die Startnummer erkennen konnte, noch einige Plätze gut machen. Erst auf den letzten vier Laufkilometern wurde ich schließlich doch noch von drei deutlich flotteren Herren überholt. Kilometerangaben am Streckenrand gab es leider keine und angesichts des anspruchsvollen Profils hatte ich auf der Strecke nicht das Gefühl besonders schnell unterwegs zu sein. Irgendwie verpasste ich es komplett auf die Uhr zu schauen und war daher im Ziel sehr überrascht als dort meine Endzeit mit 2:03:50 Std ausgewiesen wurde bei einer persönliche Laufzeit von exakt 37:57 Min. Mein erster Gedanke: Hammerzeit!
Mit etwas Abstand nun noch zu Nachanalyse: Bei dem gut besetzten Feld, die Topplatzierten haben alle schon irgendwo Rennen gewonnen, kann ich mit dem erreichten Gesamtplatz 29 und AK-Platz 13 (M30-39) gut leben, im Quervergleich relativiert sich dann aber die Klasse-Gesamtzeit doch recht deutlich. Die Laufstrecke kann letztlich nicht mehr als 9,2 km gehabt haben, für den Radkurs weist mein Tacho inklusive Schiebestücke in der Wechselzone exakt 36,6 km aus. Fast 15 Minuten auf den Tagessieger bei der Kurzdistanz sind schon eine ordentliche Hausnummer, wobei ich jeweils sechs davon beim Schwimmen und Laufen verloren habe. Nach Platz 55 beim Schwimmen, was ich angesichts einer sicher auch eher großzügigen Messweise noch als “Normalbereich” durchgehen lasse, verlor ich auf dem Rad auf die Topleute nur gute drei Minuten und fuhr damit die 19-te Radzeit ein. Allein Ex-Radprofi Jörg Jaksche, mit dem ich nach dem Rennen noch ein paar Worte wechselte, knalle dem gesamten Feld mit einer 51er Zeit gleich noch ein paar Minuten mehr drauf. Trotz ein einer Laufzeit von unter 38 Minuten kann ich mit Platz 39 für den Laufsplit nicht so ganz zufrieden sein. Noch nie hatte ich bei einem Triathlonrennen eine solche Konstellation, dass ich, relativ gesehen, deutlich schlechter gelaufen als radgefahren bin. Bis letztes Jahr hatte ich meine Stärke zumeist im Lauf, zuletzt bewegten sich meine Splitplatzierungen meist sehr nah beisammen und recht nahe meines Gesamtrangs, doch auf diesen dürfte ich beim Lauf eine gute Minute verloren haben (die mir Triathlon-Neuling und F1-Pilot Nico Rosberg dort übrigens abgenommen hat *gmpf*) und was auf einer “normalen” 10-km-Strecke am Ende ziemlich sicher nicht für eine Sub40-Zeit gereicht hätte.
Dennoch, insgesamt gesehen ein recht gelungener Wettkampf mit einer guten Platzierung in den Top15-Prozent.
Schlussfazit zum Event: Orgamäßig, von der Atmosphäre, der Alpenkulisse und natürlich auch aufgrund der Einbettung in das ITU-Event sicherlich ein Highlight, das daher absolut zur Nachahmung zu empfohlen werden kann. Wer also auch mal eine Top-Zeit auf der Kurzdistanz einfahren möchte, der möge dies bitte für 2011 berücksichtigen, ich zumindest kann mir gut vorstellen hier nochmals irgendwann anzugreifen.
Auf und ab am Auerberg – nachgeliefert
Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, so das Motto dieser Kurzberichterstattung zum 11. Auerberg Triathlon, der bei herrlichem Wetter und vor genau zwei Wochen über die Bühne ging und den ich in respektablen 2:13:55 Std auf den guten Plätzen 12 (gesamt) und 3 (AK M35) absolvieren konnte.
Aufgrund üppiger Unterwasserbewaldung konnte die Schwimmstrecke nicht ganz wie geplant gesetzt werden, so dass hier am Ende sicherlich 150-200 Meter fehlten um die ausgeschriebenen 1.500 Meter zu erreichen. Sicherlich kein Nachteil für mich, aber an diesem Tag hatte ich endlich mal wieder ein perfektes Schwimmen erwischt. Immer schön gleichmäßig mit gutem Zug und stets im Wasserschatten von ein bis zwei Leuten, die mir eigentlich einen Tick zu schnell schwammen, so dass ich letztlich schon nach selbst gestoppten 20:23 Min wieder Boden unter den Füßen hatte. Bis zur Wechsel waren aufgrund einer Straßenunterquerung noch rund 300 Meter zu laufen, so dass der Veranstalter wohl beschlossen hat alle in der Ergebnisliste ausgewiesenen Schwimmzeiten um einen Faktor X zu verringern und ich daher mit einer sensationellen 19:44 Min in die Annalen eingehen darf. Egal, drei Minuten Rückstand auf die Spitze stehen gemeinsam mit Königsbrunn 2009 für meine beste Schwimmleistung in einem Triathlon.
Gut vorne dabei versuchte ich auf dem Rad gleich von Beginn an zu attackieren schaffte es aber nicht in gewohntem Maße die schneller schwimmende Konkurrenz hinter mir zu lassen. Auf der 42,5 Kilometer langen Radstrecke, die über drei durchwegs dauerwellige und damit anspruchsvolle Runden führte, konnte ich gerade mal gute zehn bis zwölf Plätze gut machen und wurde zu meiner Überraschung auf noch von insgesamt 6 Leuten überholt, so dass ich laut meinem Streckposten (Papa) schließlich auf Platz 20 liegend auf die Laufstrecke ging. Leider fehlen in der Ergebnisliste die meisten Zwischenzeiten für den Radpart, somit habe ich kein rechtes Gefühl wie gut oder schlecht ich mit meinen selbst gestoppten 1:07:15 Std gelegen habe. Irgendwie hatte ich (vor allem durch die Überholungen) das Gefühl, dass es schneller hätte gehen können, andererseits sollte ein Schnitt von knapp 38 Sachen auf dieser Strecke aber sicherlich auch soooo schlecht nicht sein.

Hatte ich die Radstrecke nur leicht unterschätzt, blieb mir auf der Laufstrecke schließlich vollends die Luft weg. Auf einer Strecke, die teilweise Cross-Charakter hatte und die letzten 100 Meter zum Zieleinlauf kaum einen Meter flach verlief, kam ich leider nur sehr schwer in Tritt. Schon nach dem ersten Anstieg hatte ich das Gefühl fast zu platzen als ich von meinem Dauerrivalen Immisch (diesmal) chancenlos dran zubleiben beim Lauf überholt wurde und auch im weiteren Verlauf der Strecke dachte ich eher in Zeitlupe unterwegs zu sein. Trotz alldem schaffte ich es schon bald Laufstrecke insgesamt acht Männer zu überlaufen und abzuschütteln, so dass mir mein Vater auch Platz 13 nach der ersten Laufrunde zurufen konnte. Zufrieden mit dieser Platzierung versuchte ich dann in einem ab dort dann doch eher einsamen Rennen, nur auf der langen Gerade über das Feld war noch vor mir laufende Konkurrenz auszumachen, diesen Platz nach Hause und verlor damit offensichtlich nochmals deutlich an Geschwindigkeit, denn vor dem letzten langen Anstieg (ca. bei KM
hatte ich auf einmal schwer schnaufende Konkurrenz im Nacken. Mein einziger Gedanke: “F**K, wo kommen die denn her?” Aber immerhin, ab jetzt war mein Kampfgeist geweckt. Gleich am Fuß des Anstieges von Bernbeuren legte ich nochmals eine Schippe drauf, so dass nur noch der diesjährige Hawaii-Starter Martin LeClaire mit etwas Abstand mitgehen konnte. Plötzlich und unverhofft kam somit auch ein vor mir liegender Läufer in roter Rennkluft in Sichtweite und als circa 600 Meter vor dem Ziel am Ende des Anstiegs Martin noch immer hinter mit hing waren es plötzlich nur noch rund 50 Meter zum vor mir Laufenden. Warum auch immer, plötzlich konnte ich nochmals richtig Gas geben. Hinter mir mussten die Jungs reissen lassen und mit noch rund 350 Meter zu laufen war ich dann auch an dem Tölzer Martin Hausmann dran. Auf einen Sprint wollte ich es nicht ankommen lassen und so legte ich schon rund 200 Meter vor der Zielline eine kleine Tempoverschärfung ein, der arme Kerl hatte mir auf den letzten Metern aber nicht mehr viel entgegenzusetzen, so dass ich letztlich auf einem guten 12. Platz ins Ziel kam. Meine ermittelte Laufzeit von 41:50 Min zeigt, dass es alles andere flott war was ich dort ablieferte, als Trost jedoch bleibt, dass auch beim Blick auf die Zeiten den Konkurrenz sich die relativ schweren Bedingungen bemerkbar machten.

Als Fazit dieses Tages bleibt im Nachblick mit 2:13 Std eine doch recht gute Endzeit mit einem Rückstand auf den Sieger von knapp 8 Minuten, was für diese Strecke absolut in Ordnung ist. Auf Platz zwölf habe ich bislang noch keinen Wettkampf über die Kurzdistanz beenden können und am Ende reichte dies auch für eine Platzierung in den Top10-Prozent. Schade nur, dass mit den fehlenden Zwischenzeiten und der zu kurzen Schwimmstrecke die Vergleichbarkeit zu anderen Rennen weitgehend nicht möglich ist.
Mein offizieller Rennbericht für die Seiten des BTV gibt es übrigens schon seit fast zwei Wochen im Netz.
Kategorie(n): Triathlon |
3 Kommentare »
Verwendete Tags: Auerberg, Kitzbühel, Kurzdistanz, Schongau, Triathlon, Wettkampf
Gepostet am
18. Juli 2010
Spät abends nach dem Rennen, schnell noch ein kurzes Update zum heutigen Auftritt bei der Challenge Roth, leider hat es mit der anvisierten Zielzeit nicht ganz geklappt, mit den Gegenspielern Wind, Rücken und Pumpe kam ich ab Kilometer 100 nicht mehr so recht klar. Nettoendzeit für meine Radpart bei fast exakt 5 Stunden, Gesamtzeit in der Staffel bei 9:29 Std.
Kurzfazit: Extrem gut begonnen, Probleme bekommen, wegen Dummheit 8 Minuten Zeitstrafe kassiert und am Ende nur noch ins Ziel geschleppt.
Die ersten 40 Kilometer gingen noch in guten 1:03 Std. von der Hand und bis fast exakt Kilometer 90 lag ich nach absolvierter Runde 1 mit einer Durchgangzeit von 2:23 Std. noch voll auf Kurs 4:50 Std, ohne dabei das Gefühl zu haben überzogen zu haben. Schon mit einer guten 53-Schwimmzeit ins Rennen gegangen, konnte ich weiterhin zahlreiche Plätze gut machen und ließ dabei sogar gegen meine Grundüberzeugung ein paar schnelle Jungs bewusst fahren um meine Kräfte nicht schon am Anfang gänzlich rauszuhauen. Meine Beine fühlten sich gut, die Anstiege konnte ich locker im Wiegetritt hochziehen, allein der starke Gegenwind auf dem welligen Rückweg von Greding machte mir das Leben schwer. Dann zuckte erst der Rücken und ab Kilometer 100 fiel mein Puls, bislang mit Durchschnittspuls 165 unterwegs, relativ plötzlich auf Werte um die 140 ab. Auf einmal musste ich mich von bereits abgehängten anderen Staffelfahrern überholen lassen und so hängte ich mich in meiner Verzweiflung ein paar flache Kilometer ans Ende der Viermann-Überholergruppe, ehe ein Kampfrichter das Ganze meinte stoppen zu müssen. Die eingehaltenen zwei Radlängen Abstand, logischerweise keine 10 Meter, waren ihm dann doch etwas zu wenig und so schickte der gute Mann zwei von uns in die nächste Penalty Box, wo ich dann auch noch zu allem Überfluss satte 8 Minuten Zeitstrafe draufgebrummt bekam. Anstatt danach gut gedehnt und verpflegt wieder einigermaßen erholt zur Aufholjagd zu blasen, ging von da an ärgerlicherweise noch weniger vorwärts. Der Wind auf und nach Kalvarienberg in Greding hatte nochmals zugelegt und ab dort (KM 120) schleppte ich mich nur noch mehr schlecht als recht Richtung Ziel. Der Rücken machte immer mehr zu, so dass ich ständig zwischen Oberlenkerposition, Aeroposition und Wiegetritt hin- und herwechseln musste. Selbst beim zweiten Anstieg durch das Zuschauerspalier am Solarer Berg ging nicht mehr viel, so dass ich ab dort nur noch versuchte irgendwie mein Mindestziel (die Marke von fünf Stunden) zu retten. Arschknapp, aber am Ende schwarz auf weiß, wollte leider auch dies nicht so recht gelingen, um wenige Sekunden verfehlte ich auch dieses Ziel und wurde dabei auf den letzten Kilometern nochmals ordentlich von einer Staffelmeute abgehängt.
Soweit soll’s erst mal reichen, Spaß hat das heutige Rennen irgendwie trotzdem gemacht und wenn ich sehe bzw. fühle wie gut sich nach dieser (gefühlten) Kaffeefahrt meine Beine fühlen, dann macht das das Ganze letztlich noch etwas fraglicher. Jetzt erst mal ein oder zwei Nächte darüber schlafen, dann gibt’s hier sicher noch ein paar Details zum heutigen Auftritt.
Kategorie(n): Biking |
Ein Kommentar »
Verwendete Tags: Challenge, Probleme, Radfahren, Roth, Staffel, Wettkampf
Gepostet am
17. Juli 2010
Nur noch knappe 22 Stunden, dann geht die Post ab. Angemeldet am Nikolaustag 2009 hatte ich nun sieben Monate Zeit darauf hinzufiebern, am Sonntag darf ich dann bei der Challenge Roth, nach Hawaii sicherlich das Mekka des Triathlon-Sports, endlich meine erste Triathlon-Langdistanz in Angriff nehmen, erst mal aber nur in der Lulli-Version als Radfahrer in unserer Staffel “SCW München Triathlon”.
Wer hier immer schön aufgepasst hat, der wird’s bemerkt haben, dass in den letzten vier Wochen hier nichts los war. Nach Erding stand kein weiterer Wettkampf auf dem Programm und selbst mein geliebtes Heimrennen in Königsbrunn ließ ich diesmal sausen, um mich (in Kombination mit zwei Urlaubsreisen) noch bestmöglich auf den morgigen Tag vorzubereiten. Sonnig und heiß ging’s zu – genau wie ich es mag – und so wurde erst vom Startpunkt Crans Montana aus eine Woche lang die Welt der endlosen Bergstraßen des Wallis erkundet, ehe über das letzte lange Wochenende noch mit dem Moutainbike ins Zillertal ging. Auch dazwischen wurde noch etwas gefahren, so dass ich in den 16 Tagen vom 26. Juni bis zum 11. Juli auf insgesamt 14 Radeinheiten mit knapp 1.000 Kilometern und beachtlichen 22.000 Höhenmeter kam. Urlaub, Sonne, Radfahren, alles perfekt und auch wenn ich zuletzt so gar nicht auf den Zeitfahrrad saß, was sich hoffentlich nicht rächen wird, gehe ich morgen ganz sicher in allerbester Radform an den Start.
Mit Startnummer 4425 geht unsere Staffel “SCW München Triathlon” im letzten Startblock an den Start, Topschwimmer Stefan, wird hoffentlich gegen 9:35 Uhr schon nach 50 Minuten an mich übergeben, dann werde ich schauen wie lange ich mein anvisiertes Tempo über die hoffentlich kurzweiligen 180 Kilometer halten kann. Ich habe ehrlich gesagt keine wirklich Ahnung was bei so einer Strecke auf mich zukommt, aber ich habe andererseits auch keine Bedenken, dass irgendwas ungewöhnliches passieren sollte. Stark angehen, spät eingehen – das wird mal wieder meine Renndevise sein und nachdem ich ja im Anschluss nur noch zur Dusche laufen muss, wird es ganz sicher keine Schonung geben. Bis Kilometer 120 mache ich mir daher keine wirklichen Sorgen, was auf den letzten 60 Kilometern passiert wird man sehen. Als grobes Ziel ist trotzdem mal eine Zeit von 4:45 Std ausgegeben, ob’s wirklich machbar ist, diese wirklich hohe Messlatte zu knacken, wird man sehen, ich habe auf dem Zeitfahrrad auf jeden noch nie mehr als 115 Kilometer am Stück zurück gelegt, bin aber dennoch vorsichtig optimistisch. Unser Ersatzläufer Robert, wird dann zum Abschluss versuchen mit einem 3:10er Marathon unsere Gesamtzeit deutlich unter den anvisierten 9 Stunden zu halten und nachdem das Wetter morgen auch mitspielen sollte, mache ich mir da relativ wenig Sorgen. Spaß haben werden wir alle auf jeden Fall.
Genug gelabert, jetzt wird gleich noch das Auto gepackt, dann geht es los Richtung Norden. Morgen Abend sind wir alle schlauer. Drückt mir die Daumen, ich werde auf jeden Fall alles raushauen und versuchen es trotzdem zu genießen.
Kategorie(n): Biking |
2 Kommentare »
Verwendete Tags: 180 km, Challenge, Ironman, Radfahren, Roth, Staffel, Wettkampf
Gepostet am
21. Juni 2010
Den Montag noch krank und ohne Stimme auf der Couch verbracht, Dienstag bis Donnerstag noch ziemlich übel durchhängend rumgeschnieft, wobei an Training dabei nicht zu denken war. Erst am Freitag und Samstag kam ich erst wieder so einigermaßen auf die Beine um heute dann als krönenden Wochenabschluss spätherbstliche Temperaturen und Dauerregen erleben zu dürfen.
Was also könnte da näher liegen als beim gestrigen 17. Stadttriathlon in Erding an den Start zu gehen. Genau gesagt: nichts. Gemacht hab ich’s natürlich trotzdem und am Ende sollte es sogar noch ein ganz passabler Tag werden, wenn auch mit kleinen Einschränkungen.
Nachdem ich die letzten Jahre stets bei herrlichem Wetter in Erding als Zuschauer m Streckenrand stand, schlug diesmal das Imperium voll zurück. Knapp über 10 Grad Außentemperatur, das Wasser nur unwesentlich wärmer und dazu noch jedem Menge Nässe von oben ließen das Ganze heute zu wahrlich coolsten Triathlonrennen meiner Karriere werden. Bei starker lokaler und persönlich bekannte Konkurrenz hatte ich mir eigentlich besonders viel für diesen Wettkampf vorgenommen, angesichts der geschilderten Umstände war aber klar, dass ich meine Ambitionen etwas relativieren musste, dabei sein wollte ich aber dennoch auf jeden Fall.
Bei rund 500 männlichen Startern auf der Kurzdistanz entschieden sich die Veranstalter das Rennen in mehreren Startwellen mit drei Minuten Abstand zu starten, wobei ich mit drei Minuten Abstand auf die erste Gruppe in Startblock 2 ran durfte. Im eiskalten Wasser des Kronthaler Weihers klappte es aber überraschenderweise diesmal recht gut. Die Strecke mag zwar wohl ein paar Meter zu kurz gewesen sein, meine Zeit von 23:30 Min relativiert sich damit ein wenig, aber mit einem Rückstand von rund drei Minuten auf ein paar bekannt gute und schnelle Schwimmer meiner beiden Vereine kann ich durchaus gut leben.
Im Gegensatz zu Kulmbach war diesmal die Wechselzone somit noch ordentlich gefüllt als ich mich endlich auf’s Rad schwingen konnte. Bei strömenden Regen ging es zunächst mal flach hinaus ins Hinterland des Landkreis Erding. Von Beginn an ließ ich es ordentlich laufen, der Tacho zeigte meist die 41 an und so konnte ich schon rasch einige Plätze gut machen. Bei Kilometer 8 dann aber der große Schock. Mit hohem Tempo fuhr ich mit etwas Abstand hinter einer Gruppe von vier Mann in ein scharfe und logischerweise sehr nasse Rechtskurve. Ich war irritiert, dass dort an dieser Stelle ein Kampfrichter, mehrere Fahrer und ein Polizist standen und konnte mir dies erst mal nicht erklären. In der Gruppe wurde dann plötzlich scharf gebremst, ich konnte noch einem Fahrer ausweichen und tuckelte dann schon recht langsam auf die Rechtskurve zu, als plötzlich der dort stehende Kampfrichter die gesamte Truppe stoppte. Verdutzt fragten wir was denn los sei und mussten uns daraufhin folgendes anhören: “Überfahren der Mittelline, alle disqualifiziert”.
Ich könnte jetzt eine lange Abhandlung über diese (in meinen Augen) krasse Fehlentscheidung verfassen und alle möglichen Gründe dafür anführen, aber wem nützt dies am Ende? Über den ganzen Tag mit den verschiedenen Wettbewerben gesehen, wurden gestern über 50 Leute an dieser Stelle gezielt aus dem Rennen gekickt und ich will auch gar nicht bestreiten, dass ich bei dem Manöver ein paar Zentimeter über die (nicht gesondert abgetrennte) virtuelle Mittellinie gefahren sein könnte, hierfür aber bei den Bedingungen solche Konsequenzen zu ziehen und ohne jede Gefährdungslage solche Maßnahme zu ergreifen wundert einen schon sehr. Egal, diesmal hat es mich erwischt, übrigens meine erste Strafe meiner Triathlonkarriere, und gewonnen hätte ich das Rennen sowieso nicht, somit kann ich diese Strafe im nach hinein dann doch gelassen hinnehmen.
Mit dem völlig überforderten Kampfrichter wurde dann in der Gruppe eine längere (und von manchen auch unflätige) Aufklärungsdiskussion gestartet und nach längerem hin und her, laut meiner Stoppuhr waren es knapp zwei Minuten die wir das so zu fünft rumstanden, entschied man sich dann doch zum weiterfahren. In einem Zustand von Unverständnis und Wut machte ich mich auf die restlichen 36 Radkilometer. Flott, aber ohne den letzten Einsatz strampelte ich bei diesen kalten und nassen Bedingungen über die wellige und kurvenreiche Strecke nicht ohne dabei regelmäßige Rotz- und/oder Hustenattacken zu überstehen. So ganz kuriert war ich dann wohl doch nicht, aber mit einer vom Tacho ausgewiesenen Nettoradzeit von 1:09 Std kann ich am Ende doch ganz gut leben.
Durch die zu diesem Zeitpunkt schon deutlich abgekühlten Beinen hatte ich wirklich große Probleme vom Rad zu steigen und über den total verschlammten Wechselplatz zu laufen. Erfreulicherweise war jedoch die Wechselzone meines Startblocks noch angenehm leer, ich machte gerade mal sechs bis acht Räder dort aus, und zudem brauchte ich auch paar Sekunden mehr um mit eisigen Händen und tauben Füßen in die Laufschuhe zu kommen. Letztlich allerdings erfolgreich. Normalerweise neige ich ja dazu die ersten Laufkilometer schnellstmöglich, um nicht zu sagen zu schnell, anzulaufen, diesmal aber wollte dies nicht so recht klappen. Die gefrostete Oberschenkelmuskulatur fühlte sich an wie Beton, nur mit Tippelschritten kam ich vorwärts, und somit brauchte ich für die ersten beiden Kilometer schier unfassbar lange 8:58 Minuten. Egal, mein Rennen ist eh schon beendet, “ordentlich nach Hause laufen” war von nun an nur noch das Motto. Doch unverhofft kommt oft, denn als ich schließlich kurz nach dieser Marke im noch fast leeren Streckenabschnitt im Innenstadtbereich von Erding ankam, machte es auf einmal Plopp! und gemäß dem Ketchupflaschenprinzip ließ sich urplötzlich die Motorbremse lösen und ich konnte diesmal überraschenderweise tatsächlich noch hinten raus beschleunigen. Zwar lief der Rotz nur so in Strömen aus Mund und Nase, aber letztlich konnte ich die abschließenden 8 Kilometer noch in guten 31 Minuten bewältigen, so dass am Ende immerhin eine selbst gestoppte Laufzeit von knapp unter 40 Minuten raussprang ehe ich in den bis dato noch sehr leeren Zielbereich einlaufen durfte. Endlich war mir warm geworden, da war’s auch schon wieder vorbei.
Fazit: Endlich mal im erwarteten Bereich geschwommen (~ Platz 80), zieht man die Standzeiten ab, eine gute Radperformance (~ Platz 28) und angesichts der anfänglichen Tiefkühlung ein ordentlich ins Ziel geretteter Lauf (~ Platz 45) und das alles ob des Wetters und dem Wissen um mein DSQ-Ergebnis im mentalen 95-Prozent-Schongang, der sich heute auch eindeutig in Form relativ frsicher Beine widerspiegelt. Schade, dass ich diesen Wettkampf nicht voll durchziehen konnte, aber dennoch erfreulich, dass es am Ende doch ganz ordentlich lief.
Das mittlerweile offizielle Ergebnis weist mich trotz eingelegten Einspruch mit einer Zeit von 2:18:13 Std nun wie erwartet als disqualifiziert aus. Zieht man die ca. zwei Minuten ab, die mit sinnlosen sinnlosen Diskussionen auf der Strecke mit dem Spaßvogel-Kampfrichter geführt wurden, wäre ich am Ende damit in etwa auf Platz 35 und zu meiner Überraschung sogar deutlich in den Top10-Prozent gelandet. Angesichts der Tatsache, dass ich mit nicht ganz auskurierter Krankheit bei den Bedingungen eigentlich gar nicht an den Start hätte gehen dürfen, ein wie ich finde, ordentliches Ergebnis. Dass ich mich heute dafür nicht unbedingt gesünder fühle kann ich somit mal gerade noch verkraften. Irgendwer mit ‘nem schlauen Tipp gegen hartnäckige Erkältungssymptome?
Kategorie(n): Triathlon |
2 Kommentare »
Verwendete Tags: Disqualifikation, Erding, Kälte, Regen, Triathlon, Wettkampf
Gepostet am
15. Juni 2010
Wer gedacht hätte es würde für diese Woche nichts mehr kommen: Pustekuchen. Auch wenn es nicht ganz so wild wie bei den Rennen zuvor zugingen, auch mein letztes Wochenenden war (fast schon logischerweise) nicht ganz wettkampffrei, denn wie immer im Juni, der Augsburger Landkreislauf stand auf dem Programm. Im vierten Jahr meiner Vereinszugehörigkeit beim SC Königsbrunn war ich daher auch zum vierten Mal Teil der Achter-Staffel und diesmal hatten wir sogar so etwas wie ein Heimspiel, denn die Königsbrunner Vereine, sprich vor allem wir, hatten heuer zugleich die Ehre die größte Laufveranstaltung (knapp 2.000 Teilnehmer) im Augsburger Landkreis auszurichten.
Auf diesem Grunde machte ich mich schon am Samstag auf in die Heimat um dort beim Aufbau der Streckenmarkierungen an der Ulrichshöhe zu helfen und selbstverständlich war ich auch den ganzen Sonntag Vormittag über im Stadion engagiert. Für den eigentlichen Lauf, den ich quasi rasch mal während meiner Streckenpostentätigkeit einschieben durfte, war ich diesmal an Position 4 und damit für die etwas längere, aber dafür flache Laufstrecke von (letztlich selbst mit GPS gemessenen) 5,75 km eingeteilt. Mit drei Minuten lockerem Aufwärmprogramm, mehr war in der Hektik nicht drin, und fast nach fast zwei Stunden Hin- und Hergerenne im Stadionbereich übernahm ich schließlich auf Rang 6 liegend den nur imaginär vorhandenen Staffelstab. Wie schon im Vorfeld zu befürchten wurde es für mich ein eher einsames Rennen. Die beiden direkt vor mir platzierten Läufer gingen mit etwa 30 bis 40 Sekunden Vorsprung auf die Strecke, hinter mir war absolut niemand zu sehen und somit kam natürlich leider kein so rechtes Renngefühl auf. Ich versuchte daher ganz gezielt die ersten zwei Kilometer “viel zu schnell” anzugehen und passierte so auch exakt nach 6:59 Min diese Marke. Leider merkte ich aber auf den drei längeren Geraden mit etwas Einsicht auf die Strecke, dass mein Abstand nach vorne dennoch nahezu identisch blieb. Die restlichen Meter war es dann reine Kopfsache das Tempo möglichst hoch zu halten und ans Limit zu gehen, was mir allerdings beim nachträglichen Blick auf meine Pulsauswertung angesichts des relativ niedrigen Durchschnittspuls von 184 wohl nicht so ganz gelang. Erst kurz vor dem Ziel konnte ich zu den ersten Überrundungen ansetzen, sonst war’s ein einsamer Waldlauf und so konnte ich letztlich nach selbst gestoppten 21:21 Minuten, logischerweise noch immer auf Rang 6 liegend, endlich auf den in der Regel etwas schnelleren Teamkollegen Clemens abklatschen. Kurz noch ein Blick auf den Tacho, trotz dem klaren Tempoabfall auf der zweiten Hälfte des Laufs, mit dem erreichten Durchschnittstempo von 3:42 min/km war ich angesichts der erwähnten Umstände absolut zufrieden und nach einer nur kurzen Erholungspause, durfte ich schon wenige Minuten später wieder als Streckenposten fungieren.
So konnte ich schließlich gut verfolgen, dass unsere beiden Läufer auf Position 5 und 6 dann sogar bis auf Platz 4 vorlaufen konnten, am Ende wurde unser Team dann aber doch noch von zwei gut besetzten Staffeln der Laufvereine von TGVA II und Mindelzell überholt und durften uns so am Ende (gemäß der leider noch immer noch inoffiziellen Ergebnisliste) über einen sehr guten Gesamtrang 6 freuen. Nach Platz 15 in 2007, Platz 12 in 2008 und Platz 8 im Vorjahr erreichten wir so in der Landkreiswertung einen sehr guten 2. Rang (Vorjahre: Fünfter in 2007, dann zweimal Dritter) und konnten damit zum ersten Mal auch die reine Läufer-Truppe der LG Reischenau-Zusamtal hinter uns zu lassen, die uns letztes Jahr noch gute 8 Minuten aufgebrummt hatte.

In Summe gesehen ein sehr schöner Tag mit einem guten Ergebnis, einer passablen persönlichen Leistung (insbesondere angesichts der Umstände, gleich kommt noch was zum Thema Krankheit) und einen gelungen organisatorischen Ablauf, den Teamchef Manni Winter und sein Kernteam gemeinsam mit den rund 100 Helfern gut im Griff hatten. Normalerweise als Vielstarter unterwegs hat es wirklich Spaß gemacht auch bei diesem Ereignis auf beiden Seiten aktiv zu sein und somit mitgeholfen zu haben den vielen Freizeitläufern ein tolles Event zu ermöglichen. Auch Orga kann also Spaß machen.
Noch eine leidliche Nebennote dieses eigentlich schönen Sonntags, der am Abend durch die Eröffnung der minibar noch wunderbar abgerundet wurde: Seit gestern hat es mich, womöglich noch verstärkt durch das eher kühle Wetter und den doch recht anstrengenden Wettkampf- und Helfertag, nun mit einer vollen Erkältungsfront erwischt. Nach Anflug von Halsweh am Samstag zog am Sonntag dann der wie eigentlich immer folgende Schnupfen auf, am gestrigen Montag Morgen verabschiedete sich dann meine Stimme komplett einhergehend mit intensiver Schlappheit und den restlichen Symptomen, um letztlich seit heute aus dem letzten Loch zu husten. Immerhin, positiv gesehen ist damit nun gesichert, dass diese Woche (vor dem für mich wichtigen Wettkampf in Erding) auf keinen Fall zu viel trainiert wird. Ausruhen (und zwar komplett) und erst mal fit werden ist die Devise, was folglich auf leider bislang recht langweilige Fußballspiele statt Schwimm- oder Lauftraining hinausläuft. Deute ich aber den Verlauf der letzten Tage richtig, dann sollte das mit der Besserung bis zum Wochenende auch einigermaßen hinhauen, normalerweise rauscht so ein Effekt bei mir recht schnell durch. Wie fit ich dann am kommenden Sonntag sein werde, das wird sich dann noch zeigen, aber wünscht mir auf jeden Fall gute Besserung, vielleicht hilft’s ja
Hier noch die Links zum AZ-Bericht, den Bildergalerien von Leichtathletik in Augsburg und den beiden Galerien der Schwabmünchner Allgemeinen inklusive Video. In meiner Funktion als Wechselzonen-Organisator im Stadion habe ich mich dabei fast schon unzählige Mal vor die Linse gedrückt.
Kategorie(n): Running |
3 Kommentare »
Verwendete Tags: Königsbrunn, Landkreislauf, Rennen, Staffel
Gepostet am
14. Juni 2010
Ja, man merkt es eindeutig, das WM-Fieber ist auch voll ausgebrochen und alles wartet nur darauf, unsere Helden endlich wieder nackt zu sehen.

Demnächst hoffentlich auch mit Müller nackt, Cacau nackt, Khedira nackt und vor allem auch Gomez nackt. Aber ich warne schon mal, wenn die ersten mit Frings oder Butt nackt hier ankommen, dann mach ich diese Seiten dicht.
Kategorie(n): Blogging |
3 Kommentare »
Verwendete Tags: Fußballer, Khedira, Müller, nackt, Podolski, Poldi, Schweini, Schweinsteiger, wm
Gepostet am
8. Juni 2010
Und schon wieder ein verspäteter Rennbericht, aber sowohl am Sonntag, wo ich erst spät abends Zeit gefunden hätte, als auch am gestrigen Montag, wo nach dem Schwimmtraining noch etwas Arbeit auf mich wartete, fand ich einfach nicht die Zeit um hier auch etwas sinnhaft lesenswertes zu Papier auf die Tasten zu bringen. Doch sei’s drum, einen ausführlichen Bericht zu meinem letzten Wettkampf will ich der Welt nun nicht mehr vorenthalten.
Vierte Wettkampfwoche, vierter Wettkampf, zweiter Triathlon, erste Mitteldistanz. Tja, und bei dem Wetter will ich diesmal ausnahmsweise auch gar nichts negatives aufkommen lassen, Umstände und Teilnehmerkreis hin oder her, der erreichte Platz 8 (in der Altersklasse M35) bei der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz in Kulmbach kann sich ohne Frage sehen lassen. Bei meiner Premiere über diese Strecke im Jahr 2007, damals auch gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft, in Immenstadt kam ich in der DM-Wertung (damals noch AK M30) noch auf einen sicherlich passablen Mittelfeldplatz 28 und büßte dabei noch deutlich mehr als eine Stunde auf die Sieger ein, drei Jahre später in den Top10 platziert zu sein und vor allem dem Rückstand auf die Topleute deutlich herunter gefahren zu haben, das lässt einen dann schon recht zufrieden zurück blicken; ganz umsonst kann der Aufwand die letzten Jahre dann doch nicht gewesen sein.

Nachdem um Bayern am letzten Donnerstag dank Fronleichnam ein Feiertag gegönnt war, machten sich Babsi und ich bereits vier Tage vor dem Rennen auf in die Heimat ihrer Eltern, ins nahe gelegene Bad Berneck. Ein langes sommerliches Ferienwochenende mit abschließendem Wettkampf sollte es werden und tatsächlich, kaum hatten wir Nürnberg hinter uns gelassen hatte, endete tatsächlich der Dauerregen der letzten Tage und wie versprochene Wetterbesserung von Norden setzte so langsam ein. Strahlender Sonnenschein und endlich angenehme Temperaturen, und so nutzen wir den Freitag und Samstag um noch zu ein paar (hüstel, deutlich über 100 und immer auf und ab) gemeinsamen lockeren Radkilometern durch die herrliche Gegend und zu einem Abstecher zum wunderschönen Goldbergsee, wo wir uns praktischerweise gleich noch die notwendige Bräune Entspannung vor dem Wettkampf sichern konnten. Samstag Abend ging es dann noch mit dem Auto nach Kulmbach um die Startunterlagen abzuholen und die Wechselzone auf den Lauf einzurichten, ehe ich mir im Anschluss noch eine leckere Portion Penne mit Krabben und Champignons gönnte.
Mit dieser Vorbereitung und der totalen Fürsorge im “schwieger”elterlichen Hause konnte am Sonntag eigentlich nichts mehr schief gehen, zumal ich mein Pech ja hoffentlich schon letztes Jahr an selber Stelle aufgebraucht haben sollte. Als um Punkt 9 Uhr der Startschuss zum Schwimmen in letztlich dann doch angenehm temperierten Trebgaster Badesee fiel legte die für den engen See dann doch viel zu große Meute (runde 300 Starter) dann auch gleich los wie die Feuerwehr. Ich hatte mich leider viel zu spät in die Startaufstellung eingereiht und fand mich daher von von Beginn an im hinteren Viertel wieder. Trotz (oder gerade wegen dem?) wildem Gehaue, das Wasser, meine Gegner und auch ich, wir alle wurden ordentlich verprügelt, konnte ich in der ersten der drei zu schwimmenden Runden nicht allzu viel Boden gut machen. In Runde zwei hatte sich das Feld immerhin schon so einigermaßen sortiert und als ich beim Landgang vor der letzten Runde durch meine nicht mehr ganz klare Brille eine 24 vorne auf dem Uhrendisplay erkennen konnte war ich offenbar schon derart in Trance, dass ich die letzte Runde versehentlicherweise nur noch locker ausgleiten ließ. Beim Ausstieg aus dem Wasser traf’s mich dann fast schon wieder der Schlag als dann bei deutlich über 38 Minuten die Rundentaste meiner Uhr drücken durfte. Zwar war die Schwimmstrecke sicherlich ein gutes Stück länger als die angegebenen 2.000 Meter, auch die Konkurrenz kam nicht wirklich an ihre Normalzeiten heran, an eine Verlängerung der Schlussrunde glaube ich halt nicht ganz so recht und daher hätte es am Ende aber schon noch eine 36er Zeit sein dürfen. Trotz immer besser werdender Trainingsleistungen wird das mit meiner Schwimmerei wohl nicht mehr ein durchschlagender Erfolg werden.
Dass für eine Mitteldistanz der Schlüssel vor allem auf dem Rad liegt, dürfte eine klare Sache sein. Nach der Erfahrung aus dem Vorjahr, wo ich mit der hakeligen Strecke nicht so gut zurecht kam, war ich diesmal schon entsprechend mental darauf vorbereitet und entsprechend ging ich nicht gleich von den ersten Metern mit höchster Intensität an. Viele Kurven, nur wenige Flachpassagen, dafür ordentlich Gegenwind, irgendwie wollte es nicht so recht rollen, doch schon bei Kilometer 40 hatte ich zahlreiche Plätze gut gemacht. Trotzdem es immer im weiteren Verlauf wieder zur Bildung kleinerer Grüppchen kam, es wurde durchgehend absolut fair gefahren bis zur zweiten Wechselzone hatte ich schließlich fast alle meine Mitfahrer abgeschüttelt ohne meine Beine dabei ins Nirvana zu blasen. Die selbst gestoppte Nettozeit (ohne die beiden Wechsel) lag am Ende bei 2:23 Std für mittlerweile auch von anderer Seite bestätigten 87,5 Kilometer. Vor dem Rennen hatte ich noch optimistisch mit einer 2:20er Zeit gerechnet, aber angesichts der sicher nicht ganz leichten Radstrecke kann ich auch so mit dem erreichten Schnitt (36,7 km/h) ganz gut leben und erfreulicherweise kam ich diesmal auch völlig schadlos aus der Bierhalle (Wechselzone) gerannt.

Meine Beine fühlten sich diesmal noch einigermaßen in Ordnung an als ich letztlich mit ein paar Minuten Rückstand auf meinen persönlichen Masterzeitplan vom Rad stieg, doch die Anzahl der bereits im Wechselbereich abgestellten Räder machte mich dann doch etwas stutzig.
Dass ich mit meiner sicherlich unzureichenden Vorbereitung (speziell auf den Lauf bei einer Mitteldistanz) keine Bäume mehr ausreißen konnte, war mir von vornherein klar, aber die Taktik war wie immer so simpel wie logisch: erst mal ein zügig angehen, versuchen das Tempo zu halten und dann hoffentlich möglichst spät eingehen. Zwei fast schattenlose Runden auf der Wendepunktstrecke entlang des Main-Kanals galt es zu absolvieren und damit war es auch ohne GPS-Tachometer relativ einfach das aktuelle Tempo zu bestimmen.
Bis zum Weg zum ersten Wendepunkt, logischerweise bei Kilometer 5, den ich bei ungefähr 21 Minuten erreichte, war ich noch sehr gut unterwegs, doch trotz guter Versorgung auf der Strecke mit literweise Wasser, Schwämmen und Cola konnte ich das Tempo auf den zweiten fünf Kilometer nicht ganz halten. Neben ein paar Frauen, die exakt 30 Minuten vor uns starteten, konnte ich doch einige Jungs einholen und so zeigte die Uhr 42:50 Min, als ich mich zur abschließenden Schlussrunde aufmachte. Die Laufstrecke wurde nun deutlich voller, die Top-Platzierten kamen mir schon ab Kilometer 11 entgegen gestürmt und wie nicht anders zu erwarten wurde meine Schritte nun zunehmend schwerer und kürzer. Mit der fränkischen Mittagshitze, das Thermometer zeigte mittlerweile rund 29°, kam ich gut zurecht, doch obwohl ich auf den letzten Kilometern nochmals alle Kräfte mobilisieren wollte, mein Tempo schleppte sich nur noch so dahin, so dass ich letztlich die zweite Laufrunde gerade mal in 46:11 Min und gerade noch so im mittleren Trainingstempo absolvieren konnte. Obwohl ich bislang fast nur selbst überholt hatte, verlor ich dadurch leider auf den letzten 2,5 Kilometer noch drei ganze Plätze in der Gesamtwertung und hatte dabei keinerlei Chance irgendwie dranzubleiben oder zu kontern. Als ich nach den offiziellen 4:34:50 Std endlich doch noch ins Ziel kam, war ich diesmal in der Tat deutlich kaputter als bei meinen vorherigen Rennen über die Mitteldistanz. Selbst eine gute halbe Stunde nach dem Zieldurchlauf, dank zwei kleiner Kuchenstückchen und einem Liter Apfelschorle mittlerweile wieder einigermaßen gestärkt, schaffte ich es vor und nach der verdienten Dusche kaum meine Socken und Schuhe ohne Krämpfe ein- und wieder auszuziehen. Der Tag hatte es wahrlich in sich.
Fazit: Die Kurzzusammenfassung lässt sich am besten beschreiben durch unterirdisches und zu gemütliches Schwimmen, eine durchaus gute Leistung auf dem Rad und eine persönliche Laufbestzeit in einem Mitteldistanz-Triathlon. Meine ersten 2010er Schwimmmeter in Neopren ging definitiv glatt in die Hose, auf einem enttäuschenden Platz 114 kam ich aus dem Wasser und konnte wie schon in der Vorwoche meine eigentlich guten Trainingsleistungen nicht annähernd umsetzen. Letztes Jahr an selbst Stelle noch mit einer Bestzeit über die Kurzdistanz-Schwimmstrecke, prügelte ich mich erst mal die ersten 500 Meter frei um danach (ganz ohne Freiwassertraining) ohne rechte Spannung hinterherzupaddeln. Scheint wohl eher ein Kopfproblem zu sein, hier müsste ich wirklich eine Spur aggressiver ans Werk gehen.
Immerhin, die Teilplatzierungen 56 und 58 für Rad und Lauf zeigen hier das mittlerweile fast schon gewohnt ausgeglichene Bild. Mit den erreichten Zeiten dort bin ich absolut zufrieden und muss nach meinen “Erfolgen” oder besser Platzierungen auf den zuletzt kürzeren Strecken (die bewältigt aber halt auch fast jeder) dann letztlich doch feststellen, dass die Messlatte bei einem solchen Rennen trotz der relativ geringen Teilnehmerzahl am Ende schon deutlich höher liegt. Positiv: Mehrfach versucht, nun schaffte ich es zum ersten Mal Frau Steinbecher (ehemals Brede) hinter mir zu lassen und auch der Abstand zu anderen Topathleten liegt mittlerweile zumindest in einem schon eher darstellbaren Bereich. Trotzdem, ob ich im September bei der Challenge Walchsee tatsächlich nochmals die sicherlich immer reizvoll Herausforderung einer Halbdistanz angehen werde, steht derzeit noch stark in den Sternen. Knackigere und schnellere Formate liegen mir einfach besser und machen mir persönlich nun mal auch deutlich mehr Spaß. Next Stop daher ist Erding, wo ich endlich über die Kurzstrecke zeigen kann was ich dort leisten kann. Dann auch hoffentlich wieder in den Top10-Prozent.
Hier noch der Link zu den Bildern vom Sonntag, zu den offiziellen Fotos, hier die kompletten Ergebnisse und für die Experten hier noch meine persönliche Auswertung mit allen Splitzeiten und -platzierungen.
Kategorie(n): Triathlon |
5 Kommentare »
Verwendete Tags: Deutsche Meisterschaft, Hitze, Mitteldistanz, Rennen, Triathlon, Wettkampf
Gepostet am
3. Juni 2010
Spät, aber hoffentlich nicht zu spät, mein Bericht vom Rennen am letzten Wochenende. Bei meinem Termin dieser Woche musste nun also der freie Fronleichnamsdonnerstag herhalten um hier noch ein paar Zeilen abzuliefern.
Endlich wieder Sonntag, endliche wieder Wettkampftag, beim 8. MRRC Stadt-Triathlon im Münchener Olympiapark stand am Sonntag mein erster Triathlon des Jahres und damit das dritte (und letzte) Sprintrennen der noch relativ jungen Saison an. Wie schon in den beiden Vorwochen lief es insgesamt gesehen nicht so schlecht und auch mit einer 55er Zeit für die Sprintdistanz (425m Schwimmen, 19km Radfahren, 5km Lauf) kann ich im Prinzip gut leben. Trotzdem, sechs Minuten Rückstand auf den Sieger scheinen mir irgendwie zu viel und ehrlicherweise hatte ich mir im Hinterkopf für das Rennen doch etwas mehr ausgerechnet als am Ende “nur” Platz 38 (bei immerhin 716 männlichen Teilnehmern) in der Gesamtwertung.
Nachdem es in der Früh noch aus allen Rohren schütte und damit den Gesamtablaufplan beim zuvor stattfindenden Jugend-Rennen stark verzögerte, ging es erst um 10 Uhr mit dem Start des Jedermann-Triathlons los.
Bevor ich am Mittag mit den schnellsten Männern an der Reihe war galt es für mich erst mal Babsi bei ihrem ersten Triathloneinsatz zu unterstützen, da sie sich, angestachelt von den Girls im Fitnessstudio und ganz ohne mein Zutun, im Januar überlegt hatte dort zu starten. Klar, daraufhin musste ich mich gleich solidarisch erklären ebenfalls zum erstem Mal dort als aktiv Mitwirkender dabei zu sein, zuerst aber wollte ich sie als Revanche für ihren Einsatz über die letzten Jahre logischerweise an der Strecke unterstützen. Schon das Schwimmen lief im Brust-Kraul-Mix etwas besser als erwartet, beim Wechsel ließ sie aufgrund ausgiebiger Kleidungswechsel einige Minuten liegen, ehe auf dem Rad und beim Lauf die, für mich nur wenig überraschende, Aufholjagd mit einem Platz im ersten Drittel gekrönt wurde. Super-Leistung, aber bei dem Trainingspartner auch irgendwie logisch 
Knappe sechs Stunden war ich schließlich auf den Beinen und an allen Fronten unterwegs, ehe ich gegen 14 Uhr endlich mein Rennen starten konnte. Eine gute Vorbereitung sieht sicherlich anders aus, doch dann hieß es endlich Aufstellung nehmen in einer langen Schlange am Beckenrand und schon ging es im Abstand von wenigen Sekunden über die Zeitnahmematte ins Wasser. Zuletzt im Training schwamm ich die 400 Meter noch knapp über sechs Minuten und so wollte ich mich auch dort über die acht Zickzackbahnen präsentieren, aber Pustekuchen.
Ich fühlte mich okay, konnte zwei vor mir gestartete überholen, wurde nur kurz vor dem Ende selbst überholt, aber als ich nach 6:52 Min aus dem Wasser stieg verstand ich schon fast die Welt nicht mehr. Klar, dass die 50-Meter-Bahn etwas langsamer sein würde, und die Zickzack-Wenden ein paar Sekunden schlucken, aber wo waren die restlichen 30 Sekunden geblieben? Ein Rätsel … aber keine Zeit zum Nachdenken, rasch ging es weiter zur nächsten Disziplin.
Wie oben erwähnt goss es bei Aufbau meines Wechselbereichs noch in Kübeln und daher verpackte ich mein vermeintlich benötigtes Equipment auch entsprechend regenfest. Als ich jedoch kurz nach 14 Uhr aus dem Wasser kam waren die Temperaturen bei mittlerweile trockenen 15 Grad schon akzeptabel und auch die Strecke war durch den Wind schon weitgehend abgetrocknet. Mit der Kramerei in meinem Tütengewirr verlor ich somit auch hier auf die risikofreudigere Konkurrenz ein paar Sekunden, ehe es auf die fünf flachen aber winkeligen Runden der Highspeed-Strecke rund um das Olympiagelände ging. Trotz recht voller Strecke war es ein aus meiner Sicht absolut faires Rennen und ich konnte mir problemlos meinen Weg auf der Dauerüberholspur bahnen. Mein Tacho war mal wieder ausgefallen und so tat ich mein bestes mich selbst ans Limit zu bringen und musste in den guten 27 Minuten, die ich auf der Strecke war auch keinen Konkurrenten an mir vorbei ziehen lassen. Trotzdem, auf der schnellen Rückenwindpassage, wo es so circa mit 50 Sachen dahin ging konnte, der ein oder andere, den ich zuvor noch überholt hatte immer wieder aufschließen. Ohne wirklich Konkurrenz voraus fehlt mir hier mal wieder letzte Punch den Pedaldruck entsprechend hoch zu halten und so fuhr ich zwar ein ganz ordentliches Rennen mit einem Schnitt knapp unter 41 km/h, aber bei Blick auf die Gegner hätte ich dort sicherlich auch ein paar Sekunden schneller sein können.
Noch eine kurze Theorie zum Exkurs: Vielleicht bin ich aber in solchen Dimensionen aber auch nur einfach mit meinem Material an der Grenze angelangt. Zwar wiegt mein Rad nur schlappe 7,3 Kilo, aber rein aerodynamisch bin ich alles andere als gut aufgestellt. Ohne Aerohelm, ohne richtigen Aerorahmen, ohne Scheibe und mit nur42mm-(Hoch)Profil-Felgen könnte es durchaus sein, dass bei deutlich über 40 Sachen so langsam die Limitierung ansetzt.
Zurück zum Rennen, Teil 4, der Lauf stand nun also noch an. Vier wellige Runden über insgeamt 5,0 Kilometer waren hier noch zu absolvieren und spätestens hier merkte ich meine Müdigkeit durch die lange Rumsteher- und -flitzerei. Kein Vergleich zur Vorwoche, wo ich beim letzten Laufabschnitt noch richtig Tempo machen konnte. Ich war zwar noch immer im 3:52er Tempo unterwegs und konnte mit einer Nettozeit von 19:20 Min noch einige Plätze gut machen, doch meine Beine fühlten sich eher wie nach einer dreistündigen Radeinheit an. Die leicht wellige Laufstecke tat dazu ihr übriges, aber vor allem beim Lauf sehe ich im Quervergleich zu Gegnern, die ich bei den beiden vorherigen Duathlons noch ordentlich abgezogen habe, dass mein Anspruch hier sicherlich bis zu 60 Sekunden schneller hätte sein sollen.

Fazit: In allen vier Disziplinen (also auch der Wechsel eingerechnet) ließ ich die paar Sekunden liegen, die sich am Ende zu den zwei Minuten addieren, die bei so einer Strecke dann schon mal weh tun und mir somit auf den anvisierten Platz 20 fehlen. Platz 117 beim Schwimmen und zwei 36-ste Plätze auf dem Rad und beim Lauf stehen für ein recht ausgewogenes Gesamtergebnis und zeigen eine ordentlich ausgeglichene Grundform. Auch eine Platzierung in den Top5-Prozent ist, ohne Frage, auch völlig in Ordnung, aber dennoch, meine Messlatte für diesen ersten Triathlon der Saison lag nun mal ein bis zwei Zentimeter höher und meine Form hätte dies wohl auch hergegeben. Immerhin, das mit dem Einzelzeitschwimmen, was ja bekanntlich schon in Clearwater richtig schlecht lief, werde ich so wohl diese Saison nicht mehr erleben, auf dem Rad bin ich auf längeren Strecken kräftemäßig sicherlich im Vorteil und wenn ich es wirklich mal schaffe ausgeruht in ein Rennen zu gehen, dann werden auch die Schritte beim Lauf wieder etwas länger und damit schneller werden. Let’s go, es gibt noch einiges zu tun
Hier noch der Link zu den Bildern vom Sonntag, hier die kompletten Ergebnisse und für die Experten hier noch meine persönliche Auswertung mit allen Splitzeiten und -platzierungen. Der nächste Rennbericht, dann von der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz, wird sicherlich rascher hier zu lesen sein.
Kategorie(n): Triathlon |
3 Kommentare »
Verwendete Tags: München, Sprint, Triathlon, Wettkampf